Arzt mit Apotheke in Zürich oder Winterthur – und jetzt?

19 Dezember 2011 | Von ATK in Gesundheitswesen, allgemein | Keine Kommentare - Neuer Kommentar erfassen

Das Bundesgericht hat entschieden. Siehe Beiträge weiter unten.

Wer allerdings davon ausging, dass nun die Vorlage und damit der Volkswille endlich umgesetzt werden könne, der sieht sich einmal mehr getäuscht. Wer die rechtlichen Mittel unseres Rechtsstaates auszuschöpfen versteht, der kommt in der Schweiz sehr weit. Und in diesen Belangen sind die Apotheker nun mal sehr gut.

Ihr Argument: Die Uebergangszeit sei viel zu kurz angesetzt, um sich auf dieses Ungemach vorzubereiten, schliesslich müsse ja nun umstrukturiert und Personal abgebaut werden…kurzum: Die Apotheker verlangen eine Uebergangsfrist von 5 Jahren.

Also: Statt sich jetzt eben in den vergangenen 12 Jahren auf die anstehende Umstellung vorzubereiten, haben sie ihre Zeit lieber darin investiert, welche juristischen Winkelzüge man noch anwenden könnte, um den Volkswillen zu umgehen. Und siehe, sie haben wieder etwas gefunden. Und haben das dann gleich zur Sicherheit noch einmal vor Bundesgericht deponiert.

Randbemerkung: Diese sinnlose Beschäftigung der Juristen muss nicht einmal von den Apothekern selber berappt werden. Das zahlen wir Bürger, also genau diejenigen, die eigentlich eine Selbstdispensation wollten. Wollen Sie nicht nächstes mal, wenn Sie in die Apotheke gehen, den Chef oder die Chefin mal fragen, ob er oder sie eigentlich noch gut schlafen könne (oder sich auch bereits aus seiner Schatulle mit Schlafmittel bedienen muss)?

Viele kleine Schritte und ein grosser

01 Dezember 2011 | Von ATK in Augentagesklinik, Infos | Keine Kommentare - Neuer Kommentar erfassen

Die Augentagesklinik Sursee hat sich in den letzten 18 Jahren enorm entwickelt. Diesen Sommer wurde deshalb die Klinik umgebaut. Es steht uns nun fast doppelt so viel Platz zur Verfügung und Einrichtung und Innausbau genügen wieder allen modernen und aktuellen Kriterien.

Schauen Sie sich dazu auch den neuen Film auf der Homepage der Augentagesklinik an (www.augentagesklinik.com, gleich auf der ersten Seite auf das Filmsymbol klicken)!

 

 

Am 8.11. wurden die Räumlichkeiten der interessierten Bevölkerung näher gebracht. Der Tag der offenen Tür ermöglichte vielen Interessenten, sich ein Bild der modernen Augenchirurgie und Augendiagnostik zu machen und die schönen und praktischen Räumlichkeiten zu bewundern. Am Büffet konnten vertiefende Gespräche geführt werden, was auch intensiv genutzt wurde.

Wir freuen uns, Ihnen mit neuen Räumen und einer optimal organisierten Spitzenmedizin zur Verfügung stehen zu können.

Erfolgreich an der SURWA

01 Dezember 2011 | Von ATK in Augentagesklinik, Infos | Keine Kommentare - Neuer Kommentar erfassen

Dieses Jahr war die Augentagesklinik wieder an der Surseer Warenmesse dabei. Da diese ihr 50-jähirges Jubiläum feierte, wurde in entsprechend representativen Räumen diesem Zeitraum Platz eingeräumt.
Die Augentagesklinik Sursee durfte sich im Ambiente der 60er Jahre präsentieren. Ein sehr ansprechend gestalteter Stand ermöglichte allgemeine Beratungen, das Messen der Brechkraft und des Augendruckes sowie die Diagnostik von Hornhaut und Netzhaut (Topografie für Refraktiv-Beratung, Makuladiagnostik).

2000 Besucher mehr als das letzte mal konnten begrüsst werden.

An der SURWA wurde auch der neu geschaffene Informationsfilm präsentiert.

Bei mindestens 300 Personen konnte eine prophylaktische Messung von Refraktion und Augendruck  durchgeführt werden.

Ausserdem konnte an einem Wettbewerb teilgenommen werden. Die glücklichen Gewinner einer schönen Uhr (Augentagesklinik-Label) sind.

Carmen Fellmann, Sursee

Lisbeth Winiger, Neudorf

Astrid Peter, Grosswangen

Namen Sonnenbrillen-Gewinner:

Edith Kneubühler, Sursee

Karin Biasco-Erni, Schenkon

Josy Hodel-Albisser, Hergiswil¨

Pirmin Kaufmann, Schüpfheim

Kurt Höltschi, Willisau

Brigitta Oggier, Oberkirch

Cheyenne Hüsler, Dagmersellen

 

An der SURWA wurde auch der neue Augentagesklinik – Informations-Film präsentiert. Sie können sich diesen auf www.augentagesklinik.com anschauen.

Viel Betrieb am Stand

Die zentral gelegene Bar bot von der Augentagesklinik gratis offerierte Getränke an

Viel Betrieb am Stand

Der Stand der Augentagesklinik Sursee an der SURWA 2011

Sind die Margen zu hoch?

23 November 2011 | Von ATK in Gesundheitswesen | 1 Kommentar - Neuer Kommentar erfassen

Eine santésuisse-Studie zeigt, dass die Schweizer Margen bei Medikamenten im Schnitt einen Viertel höher sind als in Referenzländern Europas. Verschreibungspflichtige Medikamente belasteten im Jahr 2010 die Prämienzahler in der Grundversicherung mit rund 4,8 Mrd. Schweizer Franken. Davon flossen 1,3 Mrd. Schweizer Franken als Marge an den Handel. Die Krankenversicherer fordern, dass die Schweizer Margen auf das europäische Niveau gesenkt werden. Das Sparpotenzial beträgt 300 Mio. Schweizer Franken zugunsten der Prämienzahler.
Soweit der Kommentar der santésuisse. Ich finde es ja grossartig, wie sich die Damen und Herren dort grosse Mühe machen, überall noch Sparpotential ausfindig zu machen. Aber anfangen zu sparen könnte man z.B., indem man diese santésuisse-Mitarbeiter mal einspart. Die kosten bloss Geld. Herausfinden, wo man sparen kann, tun andere auch. Ob es dann nützt, ist eben eine ganz andere Frage.
Z.B. bei den Margen sparen: Ja, warum sind denn die Beträge in der Schweiz so hoch? Weil wir hier eine unglaubliche Regel- und Kontrolldichte haben und Personal für Administration brauchen, die eben deshalb entsteht, weil so Knilche wie die von der sas immer Zahlen haben wollen. Und weil die Lohn- und Nebenkosten so exorbitant hoch sind.
Wir können locker ein paar Milliönchen einsparen, wenn wir die Lohnkosten senken würden. Eben, fangen wir mal bei den Mitarbeitern der santésuisse an, mal sehen, wie froh sie darüber sein werden. Sind schliesslich ihre Ideen, man müsse mit den Margen runter!!

Warum die Griechen so viel Schulden haben: Ein Beispiel

28 Oktober 2011 | Von ATK in allgemein | Keine Kommentare - Neuer Kommentar erfassen

Im Moment wird viel über Griechenland und seine Schulden debattiert. Die einen freut’s,  die anderen wollen die Griechen endlich los werden. Die Griechen selber wollen auch je länger je mehr in diesem Europa gar nicht mehr dabei sein.

Verständlich. Griechenland ist nämlich nicht euro- oder eu-kompatibel. In keiner Weise. War es auch nie. Als sie zur EU gestossen sind, hatten sie bereits ihr Budget getürkt. Das war zwar vielen bekannt, aber man drückte sämtliche zur Verfügung stehenden Augen zu. Warum auch immer. Nun haben wir den Salat.

Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an Griechenland denken? Schöne Landschaft, Ferien, Tourismus, gutes Essen. Und sonst? O.k., alte Kulturgüter. Weiter? Eben. Vielleicht fallen einem gerade noch ein paar schöne Menschen ein, oder griechische Musik, aber dann ist Ebbe, selbst Feta-Käse wird ausserhalb Griechenlands oft besserer hergestellt. Dieses Land hat keine Produktivität. Es gibt nichts, was weltweit oder wenigstens europaweit als wichtiges Produkt griechischer Herkunft bekannt wäre. Schiffe werden keine mehr gebaut, jedenfalls keine grossen Pötte mehr, und die Reederei ist seit Onassis’ Tod auch nicht mehr das, was sie mal war.

Als Kenner der Eisenbahnszene werde ich Ihnen nun ein paar Müsterchen aus dieser Branche verraten, die Ihnen klar vor Augen führen, warum Griechenland dort ist, wo es ist, und wahrscheinlich auch gar nie EU-kompatibel sein wird.

Griechenland hat immer noch eine Staatsbahn, die OSE. Die Angestellten sind alle beamtet, man kann ihnen also nicht künden, man kann sie nur versetzen, was manchmal zu so skurrilen Erscheinungen führt wie der Versetzung des letzten Lokführers, der noch alle Dampfloktypen gekannt hat und damit für den Tourismus unabdingbar war, in ein Amt, das Vorschriften zur Herstellung von Vorschriften herstellt.

Im letzten Jahr haben die griechischen Eisenbahner an 136 Tagen gestreikt, also im Durchschnitt jeden dritten Tag. Damit sind sie sogar den streikfreudigen Italienern einiges voraus.

Das ist aber nicht alles. Griechenland steckt voller eisenbahntechnischer Bauruinen und Fehlplanungen. Da wird für teures EU-Geld eine Intercity-Verbindung mit Tunnels und Brücken gebaut von Athen nach Thessaloniki. Natürlich hinkt man aufgrund der griechischen Arbeitsmoral weit hinter dem Fahrplan, aber selbst wenn die Strecke mal fertig wird, wird sie wohl nie rentabel betrieben werden können mit 6 Zügen am Tag…

Da wird mit grossem Aufwand und wieder mit EU-Beiträgen eine Schmalspurstrecke ausgebaut und modernisiert (Katakolo-Pirgos). Die Bahn ist bei der Bevölkerung beliebt und lässt sich rentabel betreiben. Aber die OSE-Verwaltung liebt Schmalspur nicht, wahrscheinlich wegen der ersten Silbe. In Griechenland war “small never beautiful”. Man klotzt lieber, auch wenn man das Geld dazu gar nicht hat. Also wird ein kleiner Unfall (drei Zugbeamte vergessen, an einer Halt auf Verlangen-Haltestelle anzuhalten, obwohl jemand aussteigen will, und denjenigen killt’s dann auch prompt beim Unfall) bei Achladokampos als Anlass genommen, gleich den ganzen Betrieb vollständig einzustellen. Die Fahrzeuge gammeln inzwischen vollständig versprayt vor sich hin.

Dies sind nur einige Beispiele aus einer eigentlich ohnehin völlig unwichtigen Ecke, nämlich den in Griechenland ohnehin sträflich vernachlässigten Eisenbahnen. Wenn man aber schon nur hier in die Details der totalen Fehlplanung und Misswirtschaft hinein sieht, dann wundert einen gar nichts mehr.

Gut, sind wir Schweizer von der Frage befreit, ob wir den Griechen helfen sollen. Wir sind schliesslich nicht in der EU!

Sehr gut und – sehr teuer – und…

18 Oktober 2011 | Von ATK in Gesundheitswesen, allgemein | 5 Kommentare - Neuer Kommentar erfassen

WHO und OECD haben mal wieder die Gesundheitswesen der (westlichen) Welt beurteilt. Unseres auch. Die Schweiz kommt weg wie immer. Wir hatten es ja vorher schon gewusst, dazu hätte es keiner teuren Analyse dieser Organisationen bedurft: Unser Gesundheitswesen ist gut. Und teuer. Das wussten wir schon.

Jetzt kommt aber ein interessanter neuer Aspekt hinzu. Gemäss der neuesten Studie ist es auch ineffizient. Ach! Interessant. Woher kommt denn das? Seit einiger Zeit müssen die Leistungserbringer gemäss politischem Willen einen Haufen Qualitätssicherungsmassnahmen durchführen, müssen ihre Tätigkeiten an x Ämter, Kontrollstellen und Versicherungen in tausend verschiedenen Formularen melden, werden kontrolliert, geprüft, für teures Geld zertifiziert für lauter Dinge, die sie vorher anstandslos, ohne Kontrolle, perfekt ausgeführt haben, in bestem Wissen und Gewissen.
Wenn Sie jetzt allerdings davon ausgehen, dass die Politiker, Verbände und Versicherungen sich aufgrund dieses Berichtes an der Nase nehmen würden, dann haben sie die Funktion des Systems nicht verstanden.
Als Folge des Berichtes werden die Patienten gezwungen werden, sich gefälligst effizientere Krankheiten auszudenken, oder wenn schon zu verunfallen, dann möglichst praktisch, und die Leistungserbringer werden dazu verdonnert, diese effizienten Krankheiten und praktischen Unfälle so leistungsarm wie nur irgendmöglich zu behandeln. Also am besten gar nicht, das ist nämlich am billigsten.
Ein Phänomen, das übrigens ein Bestandteil von Managed Care ist: Je weniger in der Managed Care Organisation wirklich gemacht wird, desto mehr verdient sie. Der Arzt, der mit Budgetverantwortung eingebunden ist, verdient also am meisten, wenn er nichts tut. Eine verlockende Perspektive…!

Veröffentlichung der Aerztehonorare

18 Oktober 2011 | Von ATK in Gesundheitswesen, allgemein | Keine Kommentare - Neuer Kommentar erfassen

Die “angeblichen” Einkommen der Aerzte wurden mal wieder publiziert. Das hat einen Namen. Hasler-Studie, von der FMH offiziell mitgetragen.

Diesmal, im Jahre 2011, ging es um das Einkommen im Jahre 2008. Die Zahlen geben jedes mal zu erheblichem Unmut Anlass. Bei denen, die in den unteren Rängen figurieren, zur Bestätigung ihres Ärgers nach dem Motto: “Ich hab’s schon immer gewusst, dass ich bei den Verlierern bin, eine Schweinerei ist das”, und natürlich eine Anfachung der Wut über das Einkommen der besser Verdienenden. Bei denjenigen, die in den höheren Rängen zu finden sind, entsteht aber auch Unmut, weil die Zahlen nie stimmen. Z.B., weil immer wieder mal Umsatz mit Einkommen verwechselt wird, weil Dinge ins Einkommen gerechnet werden, die derjenige gar nie wirklich eingenommen hat, sondern sie aufgrund von Berechnungskonstrukten entstehen (z.B. Verschiebung von Steuerschulden und vieles andere mehr), und was der komplexen Dinge mehr sind.

Angeblich habe ich im Jahre 2008 über 350 Tausend Franken verdient. Mein Treuhänder sagt mir aber was ganz anderes. Es ist jedenfalls nicht mal  die Hälfte.  Und das ist ja dann immer vor der Steuerrechnung, die meinem Betrieb trotzdem noch genug abknöpft. Bis anhin waren das bis zu 40’000.- Steuerlast. Nur so nebenbei.

Die Zahlen sind deshalb schon falsch, weil sie von falschen Prämissen ausgehen. Bei den Augenärzten ist es z.B. so, dass ich Ihnen an einer Hand 5 Augenärzte aufzählen kann, die weit über 3 Millionen Franken verdienen. Das tun sie aber nicht über das KVG, sondern sie machen z.B. Laserbehandlungen, die ja bekanntlich jeder selber bezahlen muss.

Neid ist also in jedem Fall falsch. Erstens sind alle selber schuld, die zum Doktor gehn und ihm noch was in den Rachen werfen, zweitens kann sich jeder selber einen Job aussuchen, bei dem er mehr verdient. Man kann sich auch freischaffend ins Investmentbanking einklinken, ich kenne solche, die mit Derivaten oder neukonstruierten Fonds ein Heidengeld verdienen. Es braucht Mut, ist klar, und man darf halt auch keine Skrupel vor dem Schiffbruch und der Verarschung anderer Leute haben, denn das ist systemimmanent programmiert.

Am Ende der Fahnenstange geht dann aber doch jeder Patient, wenn er denn unter einem entsprechenden Problem leidet, zu Dr. oder Prof. xyz, auch wenn der ein Rieseneinkommen hat, bloss weil er hofft, von dieser Koryphäe geheilt oder korrekt behandelt zu werden.

Von nichts kommt nichts.

Ich bin immer noch der Meinung, dass viele Ärzte das, was sie verdienen, auch wirklich “verdient” haben. Sie arbeiten nämlich viel dafür, und eben auch oft gut. Ganz im Gegensatz zu vielen Bankern, Finanzjongleuren, Versicherungsagenten und anderen windigen Gestalten, welche unsere Geschäftswelt bevölkern, und m.E. die teils exorbitanten Summen, die sie sich auf ihre Konten schaufeln, sicherlich in keiner Weise wirklich verdient haben.

Dass die Ärztelöhne oder -einkommen trotzdem gelegentlich etwas ungerecht verteilt sind, ist hier nicht Thema. Das IST leider so, und politisch gewollt. Die besser verdienenden Spezialisten haben vor 25 Jahren darauf gedrängt, dass die Hausärzte oder auch Psychotherapeuten ein besseres Einkommen verdient haben. Eine Gesamtrevision Arzttarif wurde an die Hand genommen, was die FMH damals über 5 Mio. Franken gekostet hat. Das Unterfangen wurde dann von der Politik bös torpediert, das ursprünglich GRAT genannte Projekt annektiert, umfunktioniert, in ein neu geschaffendes KVG implementiert und ein TarMed daraus gemacht, der von Anfang an schon deshalb, weil schon wieder die santésuisse mit am Tisch sass und den Bazar wieder eröffnet hat, zum Schiffbruch verurteilt war.

Schon wieder ein Bundesgerichtsentscheid! – Glück gehabt?

13 Oktober 2011 | Von ATK in Gesundheitswesen, allgemein | 1 Kommentar - Neuer Kommentar erfassen

Eine sehr lange, sehr mühsame Geschichte neigt sich ihrem Ende entgegen. Die Zürcher Aerzte haben vor vielen vielen Jahren in ihrem Kanton eine Initiative eingereicht, der Kanton möge die direkte Medikamentenabgabe im ganzen Kanton bewilligen (also auch in den Städten Zürich und Winterthur), da vom Volk so gewünscht und ein praktischer und billiger Abgabe-Kanal (der Medikamentenverkauf in der Arztpraxis ist gemäss Statistik der untersuchenden Aemter, Institute und Behörden günstiger als der Verkauf über die Apotheken, auch wenn gewisse Leute immer wieder etwas anderes behaupten und unbedingt politisch wollen, dass sich Aerzte angeblich mit dem Medikamentenverkauf eine goldene Nase verdienen. Es ist halt nun mal  so, dass das nicht stimmt und sich die Aerzte in keiner Weise unrechtmässig bereichern, Pech für die Schwarzmaler). Das allerdings passte den Apothekern verständlicherweise überhaupt nicht in den Kram und sie liefen gegen dieses Ansinnen vehement Sturm. Mit Erfolg, denn sie konnten dieses Unterfangen über mehr als 10 Jahre hinauszögern. Drei Abstimmungen gab es im Kanton Zürich, zwei mal über die direkte Medikamentenabgabe, und beides mal sagte das Volk: Ja, wir wollen die Medikamente beim Arzt beziehen können.
Aber selbst dann wollten die Apotheker nicht klein beigeben und den demokratischen Entscheid akzeptieren, sie klagten vor Bundesgericht, die Initiative der Zürcher Aerzte sei gar nicht rechtens gewesen und habe gegen übergeordnetes Bundesrecht verstossen. Also mussten die Bundesrichter entscheiden, und solange war die Initiative bzw. deren Umsetzung erneut blockiert.
Mit grosser Freude haben schliesslich alle (ausser die Apotheker) kürzlich zur Kenntnis nehmen dürfen: Auch die Bundesrichter fanden: Neinnein, alles korrekt, die Initiative darf nun umgesetzt werden.
Jubel allüberall. (ausser bei den Apothekern: Sie drohen mit Schliessung wichtiger Apotheken (macht das Sinn? Wenn sie wichtig sind, werden sie stehen bleiben, weil rentabel), mit Abbau von Arbeitsplätzen und so weiter.) JEDOCH:
Der Entscheid der Bundesrichter war gar nicht so eindeutig. Eine einzige Stimme entschied über Sein oder Nichtsein. Drei Richter waren dafür, zwei dagegen! Haben wir bloss Glück gehabt?
Im einzelnen:

Volkes Wille, so meinten immerhin zwei Bundesrichter, ist weniger wert als ein Bundesgesetz, das diese Bundesrichter offensichtlich gegensätzlich zum erklärten Willen des Volkes interpretierten. D.h. also, die Interpretation der Richter, und es ist lediglich die Auslegung eines Gesetzes, steht deutlich über dem Willen und der Interpretation des Volkes. So sehen das 2 von 5 Bundesrichtern. Sie sprachen damit ganz offensichtlich nicht Recht “im Namen des Volkes”, sondern machten Politik – gegen den Willen des Volkes!!

Zum Glück haben die drei anderen Bundesrichter das anders gesehen. Muss man also Glück haben, um zu seinem Recht zu kommen?

Sie wissen, wenn Sie diesen Blog regelmässig lesen, dass dies eines meiner Lieblingsthemen ist. Wir sind aber selbst schuld, wenn wir uns in diese Gefahr begeben, da wir dazu neigen, alles und jedes vor Gericht zu schleppen, statt gesunden Menschenverstand und Demokratie walten zu lassen!

Wie war das noch im Kanton Zürich? Die zweimalige Ablehnung eines Gesundheitsgesetzes, welches die Medikamentenabgabe durch den Arzt verboten hätte (Regierungsräten Verena Diener lässt grüssen!), durch demokratischen Volksentscheid genügte nicht. Die deutliche Annahme einer Initiative, die den Volkswillen klar zum Ausdruck brachte, genügte ebenfalls nicht.

Am Schluss brauchte es noch etwas Glück. Geben wir uns keinen Illusionen hin: Der richterliche Spruch in Lausanne ist einem Zufallsentscheid gleichzusetzen. Es hätte wegen einer einzigen Stimme auch ganz anders kommen können. Die Zürcher konnten trotz mehrfach bestätigten Entscheiden nicht regieren, der Souverän war nicht souverän, nein, er war angewiesen auf die Gunst von ein paar Richtern, die eher zufällig in diesem Falle im Sinne des Volkes entschieden haben.

Wie objektiv sind Richter wirklich? Wieviel Ideologie und Weltanschauung, wieviel politischer Background fliessst in die Entscheide ein? Diesmal war es 2:3. Ich wage gar nicht, darüber nachzudenken, was da in bezug auf andere wichtige Fragen in Lausanne alles abgeht.

Die Unwägbarkeit des Unverzeihlichen

13 Oktober 2011 | Von ATK in allgemein | Keine Kommentare - Neuer Kommentar erfassen

(Kurzversion eines längeren Essays)

Es gibt Dinge, die gehen einfach nicht. Z.B. Mord aus Liebe oder Eifersucht, Gewaltanwendung – egal welcher Art – gegenüber Kindern, zum Beispiel. Oder ein Ikea-Regal zusammenzustellen ohne zu Fluchen.
Doch Spass beiseite.
Aus religiöser Sicht sind wir alle Sünder. Dennoch haben wir im Alltag Mühe damit. Niemand will es offensichtlich sein; und niemand möchte einen um sich haben. Und doch ist das menschliche Naturell unvollkommen und mit Fehlern behaftet. Wir begehen bewusste und unbewusste Fehler und tun manchmal Dinge, die wir nicht sollten. Öfters unwissentlich, manchmal aber auch ganz bewusst.
Wie schwer diese Fehler wiegen, wird sehr unterschiedlich beurteilt. Es gibt dafür interessanterweise kein allgemeingültiges Schema. Es ist abhängig von vielen Faktoren wie lokaler Kultur, Zeitgeschehen, Gesellschaftsstruktur, Rechtssprechung, religiöser Verankerung (und der gültigen Religion) und vielem mehr, aber: Grundsätzlich ist es menschlich geprägt. Es gibt eigentlich keinen absoluten Wert, trotzdem benehmen wir uns immer so, wie wenn dem so wäre. „Das geht absolut nicht.“

Hier auf Erden gibt es keine Vergebung. Nur Gott, oder der Schöpfer, kann vergeben. Er hat ja auch alle Kreaturen, alle Möglichkeiten dieser Welt erschaffen. Wer vergeben würde, würde sich auf eine göttliche Ebene stellen.

Anders sieht es mit dem Verzeihen aus. Verzeihen wäre uns möglich. Dies bedingt allerdings eine gewisse Herzensbildung und eine eigene gestärkte Psyche. Wer weder sich selber genügend kennt, mit sich im Einklang steht und damit auch andere entsprechend beurteilen kann, wird nie genügend Sicherheit erlangen, genügend exakt Gut von Böse unterscheiden zu können. Man muss über den Dingen stehen können.
Da der Durchschnitt der Weltbewohner aber gar nicht daran interessiert ist, sich auch geistig weiterzubilden und bewusstseinsmässig während des Lebens etwas weiter zu kommen, können wir nicht erwarten, dass uns je verziehen wird.
Machen wir mit dieser Feststellung eine Umfrage, so kommt heraus, dass wir es durchschnittlich anders empfinden. Jeder hat das Gefühl, er habe schon oft verziehen, und jeder berichtet von der so wichtigen (und oft auf irgend eine Art als schön empfundenen) Versöhnung nach einem Streit. Stimmt. Ist allerdings nicht unbedingt genau das gleiche.

Und am Ende bleibt ja die Frage: Wer gibt uns die Sicherheit, wann wir verzeihen dürfen (oder sollen) und wann nicht? Soll man überhaupt nur unbewusste Fehler akzeptieren? Oder gibt es auch bewusst begangene Fehltritte, die man annehmen und verzeihen kann, oder darf? Welche Kriterien kann man dafür in Anspruch nehmen?
Logisch abgeleitet resultiert daraus, dass man von niemandem verlangen kann, dass er verzeiht. Und wenn die Gesellschaft allgemeine Regeln „formuliert“, die zumindest im aktuellen Zeitfenster als gültig oder als Richtlinien erachtet werden, so bleiben unverzeihliche Dinge unverzeihlich.
Selbst wenn sie später vor Gott Gnade fänden.

Augentagesklinik Sursee an der SURWA präsent

14 September 2011 | Von ATK in Augentagesklinik, Infos | Keine Kommentare - Neuer Kommentar erfassen

Dieses Jahr feiert die Gewerbeaustellung der Stadt Sursee ihr 50 Jahr Jubiliäum.
Auch die Augentagesklinik Sursee wird an dieser Ausstellung vom 27.-30. Oktober (siehe www.surwa.ch ) präsent sein. In gediegenem Rahmen werden wir den Gästen die Entwicklung in der Augenheilkunde in den letzten 50 Jahren aufzeigen können. Was das innovative Ärzteteam der Augentagesklinik Sursee Ihnen heute an modernsten Behandlungsmöglichkeiten bieten kann, zeigen wir Ihnen direkt am Stand, wo Sie sich auch für z.B. die unvergleichliche C-TEN-Behandlung  gleich (gratis) voruntersuchen lassen können.
Natürlich messen wir auch Ihre Augenstärke oder Ihren Augendruck. Auf Wunsch können Sie Ihre Anliegen mit einem der anwesenden Aerzte besprechen. Drinks und Snacks sind für hungrige und durstige Besucher ebenfalls erhältlich. Und natürlich können Sie ein paar tolle Gadgets mit nach Hause nehmen.
Kommen Sie doch unverbindlich vorbei.

Weitere Hinweise auch auf www.augentagesklinik.com