Alle Einträge vom November, 2009

Null Toleranz gegenüber Intoleranz!

November 25th, 2009 | By ATK in allgemein | Keine Kommentare »

Die Minarett-Initiative, wie vorhergesagt, lässt die Wellen hoch gehen. Religion ist ein hochemotionales Thema, wo viele Seelen und Geister kein Pardon kennen. Sie sind ja im Reich der Mitte, im Reich Gottes (oder so ähnlich) und wähnen sich daher im Recht.
Wohl mit einer der Gründe dass schon etliche Philosophen, Menschenrechtler, Wissenschaftler und Ethiker dazu aufgerufen haben, die Religionen abzuschaffen. 90% aller bisher geführten Kriege waren Religionskriege oder zumindest religiös motivierte Aggressionen. (Nur so als kleiner Hinweis: Der Islam ist jetzt 1200 Jahre alt. Was taten die Christen im 11. und 12. Jahrhundert? Sie waren auf Kreuzzügen, raubten und mordeten, alles im Namen Jesu! Das Christentum war in seiner fanatischen Phase. Und wir wundern uns über die islamischen Fanatiker, die den Gottesstaat ausrufen wollen!?) Das Problem dabei ist klar: Die jüngeren Religionen sind relativ rigid und strikt und kennen wenig Toleranz. Obwohl – wenn man es genau nimmt – Jesus, und auch Mohammed – genau das, Toleranz, immer wieder gepredigt haben. In Gottes oder Allahs Haus haben alle Platz, schliesslich war es dieser Gott, der uns alle erschaffen hat. Die Trennung verursacht der Mensch. Jede Religion ist also am Ende nur so gut, wie der Mensch, der sie ausübt. Nicht die Religion ist böse, der Mensch ist es, der für diese tötet (in den ganz ganz ganz alten 10 Geboten steht schon: Du sollst nicht töten. Scheint irgendwie ein recht altes Problem des Menschen zu sein).
So ist es also auch jetzt: Nur, weil in gewissen islamischen Staaten die Toleranz im Moment sehr klein geschrieben wird (in Saudi-Arabien dürfen Frauen nicht mal Auto fahren), dürfen wir hier bei uns also auch keine Toleranz gegenüber… ja, gegenüber wem eigentlich… haben: Gegenüber allen Muselmannen und –Frauen, oder nur gegenüber denen bei uns, oder nur gegenüber den Fanatischen bei uns? Gegenüber den Fanatikern im Irak, Pakistan, Afghanistan (nur, was hat dann das mit den Minaretten bei uns zu tun?)? Gegenüber überhaupt allen Ausländern (ja, was ist dann mit den katholischen Deutschen und den calvinistischen Franzosen?)? Schlicht: Keine Toleranz zählt nicht, gibt es nicht! Gerade dass wir toleranter sind als andere, macht uns am Ende stark.
Dass das übrigens geht, zeigen Länder wie z.B. Malaysia, das als Staatsreligion offiziell den Islam führt, daneben gibt es aber mindestens 35% Buddhisten, mindestens 15% Hinduisten und etwa 10% Christen, meistens Katholiken.
Aegypten war bis vor Kurzem auch so ein Land. Zitat: Überall sieht man Moscheen und Minarette; mehrmals am Tag ist der Gebetsruf des Muezzins zu hören. Zudem leben in Ägypten rund 5-7 Millionen koptische Christen. … dennoch sieht man in vielen Städten und Dörfern koptische Kirchen. Aegypten als Vorbild?
Es gibt mehr als 12 Millionen koptische Christen. Das Oberhaupt der Kopten, Papst von Alexandria und Patriarch des Stuhles des Heiligen Markus, hat seinen Sitz seit 1971 in Kairo. Dort wird es allerdings im Moment immer schwieriger, die Kopten sind wegen der Durchsetzung aller politischen Aemter mit Extremisten immer stärkerem Druck ausgesetzt. Fast täglich werden die Kopten diskriminiert, gemobbt oder gar ermordet. Allerdings: Das Land hat ohnehin ein Problem damit, seine Rechtsordnung durchzusetzen. Rechtsprofessor Ibrahim Ahmed Ibrahim, Strafverteidiger am Obersten Gerichtshof: „Es werden viele Fehler gemacht“.
Trotzdem kann Aegypten auch uns als Vorbild dienen. Die Kirchen selber, die koptischen Christen und Muslime, suchen nach Förderung gemeinsamer Projekte, es gibt Vorstösse, den Religionsunterricht aus den Schulen zu nehmen und dafür selber etwas aufzuziehen, und koptische Kirchtürme und Minarette stehen brav nebeneinander. Mubarak hat den koptischen Weihnachtstag als offiziellen Feiertag anerkannt. Wenn wir Christen uns darüber freuen, dass 6-10% der ägyptischen Bevölkerung das erreichen, dürfen wir aber nicht murren, wenn eines Tages bei uns ein muslimischer Koranfeiertag ein offizieller Staatsfeiertag wird. Am Ende ist alles abhängig von der Grösse der Anhängerschaft. Besonders in einer Demokratie entscheidet halt die Mehrheit. – Und wäre das so schlimm?
Auch wenn gerade aus AEgypten eben schlimme Nachrichten kommen über Kopten-Verfolgung und Schändung von Kapellen und Friedhöfen, oder eben: Wie bei uns die Minarette, dürfen die plötzlich keine Kirchtürme mehr bauen.
Solange die Muslime die übrigen Werte unserer christlichen Gesellschaft tolerieren? – Und das, liebe Heidenwütige, tun sie! In der Schweiz gibt es keine christenmordende Intifada. Aber die Muslime, die hier sind, sollten zumindest ihren Glauben ausleben dürfen. Wir nehmen das ja auch für uns in Anspruch, wenn wir in ein anderes Land gehen.
Also eben: Toleranz ist angesagt. Dies ist eine sehr edle, urchristliche Eigenschaft. Wäre schön, wenn wir Christen das endlich schaffen würden. Die Hinduisten sind schon so weit.

Reorganisation des Gesundheitswesens (I)

November 24th, 2009 | By ATK in Gesundheitswesen | Keine Kommentare »

Eine sogenannte Gesundheitsallianz macht sich stark, den aktuellen Aktionismus etwas zu bremsen. Da haben sie recht. Abwarten, was die schon geplanten Massnahmen bringen, ist sicher besser, als noch mehr Staub aufwirbeln. Allerdings: Eine Reform ist halt schon nötig. Eine richtige.

BaZ vom Dienstag 24.11.09, Seite 7, Artikel von Ruedi Studer, Interview mit Felix Schneuwly, Santésuisse.

 Theoretisch ist es zu begrüssen, wenn jemand endlich diesem Aktionismus im Gesundheitswesen eine Riegel schiebt. Also hat die neue Gesundheitsallianz eigentlich recht, und es ist sinnvoll, die längerfristig schon ergriffenen Massnahmen erst mal abzuwarten und dann ganz neu zu reformen.

Dass dies sehr schwierig werden wird, wenn wir nicht die gesetzliche Basis mitändern, beweist das Interview mit Felix Schneuwly überdeutlich. Schon nur die Diskussionen um die monistische Finanzierung deckt die alten Gräben wieder auf.

Die Kassen wollen die Kostenkontrolle, dazu sind sie ja auch im KVG verpflichtet worden, eines der wesentlichen Inhalte dieses Gesetzes (es handelt sich ja bekanntlich eben um ein Versicherungsgesetz, nicht etwa um eine Gesundheits- oder „Alles-zum-Wohle-des-Patienten“-Gesetz). Den Beweis, wirklich zur Effizienzsteigerung im Gesundheitswesen beigetragen zu haben, sind und die Kassen bis anhin allerdings schuldig geblieben. Bis jetzt wurde nur die Effizienz der Werbebranche gesteigert. Den Kassen geht es auch gar nicht um gut und kostengünstig, sondern nur um – in des Wortes mehrfacher Bedeutung – billig!

Schneuwly betont das Knowhow der Kassen bezüglich Rechnungskontrolle. Da überfällt mich aber ein mittlerer Lachkrampf. Die Rechnungskontrolle der Kaantone ist manchmal auch nicht über alle Zweifel erhaben, aber sich nicht schlehcter als die der Kassen.

Es ist richtig, dass in den letzten Jahren die Kostensteigerungen immer im Spitalbereich waren, viele (kantonale) Spitäler haben auch ihre Ambulatorien massiv ausgebaut. Das war aber politischer Wille und hat mit der Kontrolle der Krankenkassen herzlich wenig zu tun. Die Kantone sind aber, da sie 55% der Spitalkosten zu tragen haben, schon dran interessiert, diese nicht weiter ins Exorbitante steigen zu lassen; diese aber selber kontrollieren zu wollen, und den Kassen nicht nur das Bettelhändchen zu füllen, ist nachvollziehbar.

Im Grunde ist es ja tatsächlich nicht einzusehen, weshalb die Krankenkassen, die weniger als die Hälfte vom Kuchen übernehmen müssen, das Szepter in der Hand halten sollen. Drehen wir den Spiess um, ist die Begeisterung von Schneuwly (und santésuisse) für die monistische Finanzierung plötzlich verflogen.

Ich bin theoretisch auch für monistisch, das spart Geld. Aber im Grunde durch eine von beiden Playern unabhängige Organisation.

 

Und ich sag’s gerne immer wieder: Wir müssen dieses unsägliche KVG abschaffen, ein eidgenössisches Gesundheitsgesetz schaffen, das die Kantone an die Kandare nimmt, und die Politiker dazu zwingt, die Finger hinten rauszunehmen.

Wenn wir es verstaatlichen, kommt’s nicht gut raus. Aber der Wettbewerb der Kassen hat es auch nicht gebracht, nur Aerger. Also fertig mit lustig, kein Protektionismus, keine Vetterliwirtschaft, kein Kantönligeist, das Bessere ist tatsächlich der Feind des Guten (und nicht umgekehrt, wie bis anhin).

Augentagesklinik Sursee fördert Fortbildung der Augenoptiker

November 23rd, 2009 | By ATK in Augentagesklinik, Infos | Keine Kommentare »

Am 2. November 2009 fand in der sehr schönen Ambience des Schlosses Wyher in Ettiswil eine Fortbildungsveranstaltung für Augenoptiker der Regionen Zentralschweiz inklusive Aargau und Solothurn statt, welche von der Augentagesklinik Sursee organisiert wurde.

Dabei ging es um die optimierte Zusammenarbeit zwischen Augenärzten und Augenoptikern, und die Augentagesklinik Sursee stellte die aktuellen Entwicklungen in der Augenchirurgie vor. Dabei wurden den Optikern die Möglichkeiten und angebotenen Therapien der Augentagesklinik Sursee präsentiert.

Rund 40 Optiker haben die Gelegenheit zur Verbesserung der gegenseitigen Kommunikation auch genutzt und davon profitiert, dass Fortbildungsveranstaltungen der Augentagesklinik Sursee stets nicht nur den Geist, sondern alle Sinne ansprechen. Rolf Beeler stellte in seiner unnachahmlichen Art eine Reihe seiner ausgezeichneten Käsespezialitäten vor, die kunstgerecht zubereitet und serviert wurden zusammen mit passenden Weinen der Divo, ebenfalls charmant präsentiert von Herrn Christophe von Ritter.

Ein unvergesslicher Nachmittag und Abend, der wohl nächstes Jahr eine Wiederholung finden wird.optiker_sursee_2_11_09

Für alle, die genug vom Schweine- und Vogelgrippe – Hype haben

November 23rd, 2009 | By ATK in Gesundheitswesen | Keine Kommentare »

Artikel aus der mexikanischenTageszeitung “La Jornada”

Mexikanische Gedanken zur Schweinegrippe / Pandemie der Profitg(e)ier

Auf der Erde sterben jedes Jahr 2 Mio. Menschen an der Malaria, die ganz einfach durch ein Moskitonetz geschützt werden könnten. Und den Nachrichten ist es keine Zeile wert.

Auf der Erde sterben jedes Jahr 2 Mio. Mädchen und Jungen an Durchfallerkrankungen, die mit einer isotonischen Salzlösung im Wert von ca. 25 Cent behandelt werden könnten. Und den Nachrichten ist es keine Zeile wert.

Die Masern, Lungenentzündungen und andere, mit relativ preiswerten Impfstoffen heilbare Krankheiten rufen jedes Jahr bei fast 10 Mio. Menschen den Tod hervor. Und den Nachrichten ist es keine Zeile wert.

Aber als vor einigen Jahren die famose “Vogelgrippe” ausbrach, überfluteten uns die globalen Informationssysteme mit Nachrichten. Mengen an Tinte wurden verbraucht und beängstigende Alarmsignale ausgegeben. Eine Epidemie, die gefährlichste von allen! Eine Pandemie!

Die Rede von der schrecklichen Krankheit der Hühner ging um den Globus. Und trotz alledem, die Vogelgrippe hatte weltweit “nur” 250 Menschen zu beklagen. 250 Menschen in zehn Jahren, das ist ein Mittel von 25 Menschen pro Jahr. Die normale Grippe tötet jährlich weltweit ca. 500.000 Menschen. Eine halbe Million gegen 25. Einen Moment mal. Warum wird ein solcher Rummel um die Vogelgrippe
veranstaltet? Etwa weil es hinter diesen Hühnern einen “Hahn” gibt, einen Hahn mit gefährlichen Spornen.

Der transnationale Pharmariese Roche hat von seinem famosen Tamiflu zig Millionen Dosen alleine in den asiatischen Ländern verkauft. Obgleich Tamiflu von zweifelhafter Wirksamkeit ist, hat die britische Regierung 14 Mio. Dosen zur Vorsorge für die Bevölkerung gekauft. Die Vogelgrippe hat Roche und Relenza, den beiden Herstellern der antiviralen Produkte milliardenschwere Gewinne eingespült.

Zuerst mit den Hühnern, jetzt mit den Schweinen. Ja, jetzt beginnt die Hysterie um die Schweinegrippe. Und alle Nachrichtensender der Erde reden nur noch davon. Jetzt redet niemand mehr von der okonomischen Krise, den sich wie Geschwüre ausbreitenden Kriegen oder den Gefolterten von Guantanamo.

Nur die Schweinegrippe, die Grippe der Schweine?

Und ich frage mich, wenn es hinter den Hühnern einen großen Hahn gab, gibt es hinter den Schweinen ein “großes Schwein”?

Was sagt ein Verantwortlicher der Roche dazu: “Wir sind sehr besorgtum diese Epidemie, soviel Leid, darum, werden wir das wundervolle Tamiflu zum Verkauf anbieten.”

Und zu welchem Preis verkaufen sie das wunderbare Tamiflu? OK, wir haben es gesehen. 50 US$ das Päckchen. 50 US$ für dieses Schächtelchen Tabletten? Verstehen Sie doch, die Wunder werden teuer bezahlt. Das was ich verstehe ist, dass diese multinationalen Konzerne einen guten Gewinn mit dem Leid der Menschen machen .

Die nordamerikanische Firma Gilead Sciences hält das Patent für Tamiflu.

Der größte Aktionär dieser Firma ist niemand weniger als die verhängnisvolle Person, Donald Rumsfeld, der frühere Verteidigungsminister der US-Administration George W. Bushs, der Urheber des Irak-Krieges. Die Aktionäre von Roche und Relenza reiben sich die Hände, sie sind glücklich über die neuen Millionen-Gewinne mit dem zweifelhaften Tamiflu.

Die wirkliche Pandemie ist die Gier, die enormen Gewinne dieser “Gesundheitssöldner”.

Wir sind nicht gegen die zu treffenden Vorbeugemaßnahmen der einzelnen Staaten. Aber wenn die Schweinegrippe eine so schreckliche Pandemie ist, wie sie von den Medien angekündigt wurde, wenn die Weltgesundheitsorganisation so besorgt ist, um diese Krankheit, warum wird sie dann nicht zum
Weltgesundheitsproblem erklärt und die Herstellung von Generika erlaubt, um sie zu bekämpfen? Das Aufheben der Patente von Roche und Relenza und die kostenlose Verteilung von Generika in allen Ländern, die sie benötigen, besonders in den ärmeren, wäre die beste Lösung.

Ja zum Tiefbahnhof Luzern

November 20th, 2009 | By ATK in allgemein | 1 Kommentar »

Auf jeden Fall muss in der nächsten Abstimmung ein Ja für den Tiefbahnhof in die Urne gelegt werden.

Der Tiefbahnhof für Luzern hat eine lange Tradition und scheiterte bis anhin entweder an der Machbarkeit, an der Finanzierung oder am politischen Willen. Es gab Zeiten, da wollten die SBB Luzern so schnell wie möglich aus dem Schnellzugnetz und der internationalen Vernetzung streichen. Dieses Unterfangen hat sich nun in mehrfacher Hinsicht gerächt. Die Pendlerströme Luzern-Zug-Zürich und umgekehrt gehören zu den meistfrequentierten und lukrativsten Verbindungen der SBB. Gleichzeitig zeigen sich aber mit dem Ausbau des Fahrplans die echten Engpässe: Zürich Hauptbahnhof hat praktisch keine freien Valenzen mehr und erhält deshalb inzwischen einen Tiefbahnhof, der schon bald fertig ist.

In Luzern gibt es auch das Problem des Flaschenhalses bei der Zufahrt. Egal, was man plant, wenn der Verkehr nur ein kleines bisschen zunimmt, gibt es keine freien Fahrplantrassen mehr und es wird ohnehin unabdingbar, die Zufahrt zum Bahnhof auszubauen. Dieser Ausbau hat übrigens nichts zu tun mit dem bereits in Angriff genommenen Tunnel Richtung Allmend/Horw-Hergiswil, weil dies die Schmalspurbahn bzw. Zentralbahn betrifft. Gegraben und gebohrt wird also ohnehin früher oder später gemusst! Das Problem kommt schon, wenn die Zufahrtslinie mal wieder saniert werden muss (das hatten wir ja jetzt über viele Jahre auf dem Programm und dauert immer, weil eben aufgrund der beengten Verhältnisse nicht zügig gearbeitet werden kann und die Fahrplantrassen alle voll sind). Kommt ein Zug mit Verspätung an oder fährt mit deutlicher Verspätung ab, gerät das ganze Fahrplangefüge auseinander, weil keine freien Fahrstrassen mehr zur Verfügung stehen.

Es wird also ohnehin etwas geschehen müssen. Sinnvollerweise legt man ein paar Millionen Planungskosten drauf, um dann auch gleich wirklich alle sinnvollen Varianten in machbarer Ausführung zur Entscheidung bereit zu haben.

 

Also bitte: Tiefbahnhof Luzern in jedem Fall: JA!

Skandal: Arzt verrechnet Beratung zur Schweinegrippe

November 17th, 2009 | By ATK in Gesundheitswesen | Keine Kommentare »

Ha, wieder ein gefundenes Fressen für die Pressen: Ein Frauenarzt hat sich erdreistet, die Beratung einer Patienten zur Schweinegrippe zu verrechnen! Dabei wird er doch dafür vom Kanton bzw. dem Bund bezahlt! Da haben wir sie wieder am Schlawittchen, diese verdammten Abzocker, wir wussten es doch!!
Ohne in die Details dieses in der Presse herumgereichten Falles zu gehen, die gewiss noch so manche Pikanterie aufweisen: Eigentlich ist es gut, dass so was endlich ans Licht kommt.

Die Schweinegrippe-Impfung ist ein Paradebeispiel dafür, wie das Geld im Moment im Gesundheitswesen sinnlos verbraten wird. Dem Arzt, der 4 Seiten Papier ausfüllen muss für eine einzige Spritze, sein Personal bezahlen muss, einen neuen Kühlschrank kaufen muss. Weil die Packung für eine einzige Spritze so gross ist wie eine Pralinenschachtel, und der dann auch alles noch so organisieren muss, dass mindestens 10 Patienten gleichzeitig geimpft werden, weil sonst die Dosen verfallen, bleiben pro Impfung 19 Franken. Da bleibt keine Zeit für Impfberatung, die ist schlicht nicht einkalkuliert. Die Impfberatung besteht in der Abgabe des vom Bund säuberlich vorbereiteten Impfdossiers. Fertig. Der Rest des vom Bund bereitgestellten Geldes fliesst in den Kauf der Impfstoffe, die teilweise in der Armeeapotheke vor sich hin gammeln, und in die Bezahlung der vielen vielen Beamtinnen, die die vielen vielen ausgefüllten Papiere sortieren, einlesen, analysieren, evaluieren und an andere Institute, Aemter, nach Bern, Brüssel, Genf und Timbuktu weiterleiten müssen.
Impfen heisst: Anstehen, Dokumente ausfüllen und lesen, warten, Spritze fassen. Punkt Wenn jetzt jemand unbedingt noch das und dies und überhaupt und sonst noch Fragen: Gibt eine Extrakonsultation. Ganz klar. Das macht jeder Pfarrer so, jede Sozialberatung, Konsumentenschützerin und jeder Anwalt sowieso. Der einzige Fehler im System ist, dies explizit als Impfberatung oder Impfung abzurechnen. Ist eben eine zusätzliche Konsultation.

Aber diese Konsumationshaltung, bei der jeder Patient erwartet, jeder Mediziner gebe bereitwilligst gratis auf jeder Party noch ein bisschen Privatkonsultation, die ist in Zeiten, in denen der Krankenkassenspezi die Kasse schon anwirft, wenn er das Telefon abnimmt, vorbei.
Versuchen Sie mal, an einer Party einen Juristen um eine Auskunft zu bitten. Kicher kicher.

Aber nein, die Aerzte sind ja nur immer sehr gut im Jammern. Dass es denen schon seit Jahren schlecht geht wird jeder erst glauben, wenn der Arzt im Dorf nicht mehr da ist. Aber das geht gar nicht mehr so lange, glauben Sie mir.

Das BAG hat immer Recht

November 14th, 2009 | By ATK in Gesundheitswesen | Keine Kommentare »

Heute hat sich Herr Zeltner, Chef des Bundesamtes für Gesundheit, mal wieder ganz weit zum Fenster raus gelehnt: Dass so ein Chaos herrsche mit der Schweinegrippe-Impfung, daran seien die Kantone schuld.
Original-Zitat Zeltner von letzter Woche: „Bei uns sind keine Fehler passiert“.
Super, die im BAG haben offenbar einen Impfstoff gegen Selbstkritik entwickelt und sind jetzt immun gegen alles.
Dabei hat das BAG inzwischen mal ganz kurz noch am Freitag Nachmittag kurz vor Torschluss verkündet, dass Celtura als zusätzlicher Impfstoff nun doch erhältlich bzw. zugelassen ist, was es den Kantonen ja ganz besonders einfach macht….
Die Geschichte mit diesem Schweinegrippe – Virus ist ja eh eine Besondere: An der „normalen“ Grippe sterben allein in der Schweiz jährlich über 200 Personen und niemand macht daraus ein Pandemie-Drama, aber wenn irgendwo in der Welt ein geschwächter Jüngling am Mexico-Fieber stirbt, muss Pandemiestufe 6 Plus ausgerufen werden. – Die Sache stinkt. Es riecht danach, als müsse die WHO endlich mal ihre Existenz-Berechtigung beweisen, nachdem die Milliarden, welche wir alle da reinbuttern, eigentlich an der Weltgesundheit noch nicht viel geändert haben. In den Industrie-Ländern ist die Lebenserwartung um 10 Jahre gestiegen, aber nicht wegen der WHO, sondern höchstens trotz, und in den Entwicklungsländern sterben die Kinder noch immer wie die Fliegen, werden von ihren Vätern und Onkeln geschwängert und die Mädchen noch immer beschnitten… oder sterben schon vorher am bei der Geburt akquirierten AIDS.
Tja.

Das BAG macht keine Fehler. Deshalb hat es ja auch gehörigen Stuss zur Vernehmlassung zum neuen Heilmittelgesetz rausgelassen. Dort steht wörtlich, dass die Abgabe von Medikamenten durch Aerzte eine Gefahr für die Bevölkerung darstelle und sanitätspolizeilich verboten werden müsse. Im Klartext: Es ist für die Bevölkerung besser, wenn man die Aerzte überhaupt abschafft. Könnte sein. Es ist aber noch besser für die Bevölkerung, wenn man steuergeldverschlingende Schreibtischbeamte abschafft: also weg mit dem BAG.

Bevor ich’s vergesse: Falls Sie diesen Witz noch nicht gehört haben, hier ist der Renner der letzten Wochen:
Ein Wolf, ein Löwe und ein Schwein treffen sich und prahlen ein bisschen rum.
Der Wolf: „Wenn ich heule, fürchtet sich der ganze Wald.“
Der Löwe: „ Das ist noch gar nichts. Wenn ich richtig brülle, fürchtet sich halb Afrika.“
Da meint das Schein mit piepsiger Stimme: „Wenn ich ein bisschen huste und niese, fürchtet sich die ganze Welt.“

Prinzip und Wahrheit

November 12th, 2009 | By ATK in Gesundheitswesen | Keine Kommentare »

Reden wir heute mal vom Impfen. Ist ja in aller Munde, sozusagen.
Die Idee einer Impfung ist alt, und bestechend. Ausgehend vom Wissen, dass rund um viele Kranke manche Leute gar nicht krank werden, sondern sich „immunisieren“, also resistent werden gegen die Krankheit, hat man mit zunehmendem Wissen über die Funktion unseres Immunsystems herausgefunden, dass unsere weissen Blutkörperchen lernen können, was Freund und was Feind ist.
Eine Immunität bedeutet, dass unser körpereigenes Abwehrsystem sich auf einen entsprechenden „Angriff“ vorbereiten kann und damit die Reaktionszeit (zum Aufbau der Abwehr) stark verkürzt ist. Nur so kann eine Bakterien- oder Vireninvasion rechtzeitig niedergeschlagen werden. Die kriegerischen Begriffe entsprechen der Wahrheit: Im Körper findet ein echter Kampf statt, und der Stärkere (oder der in der Ueberzahl) gewinnt.
Die Idee der Impfung besteht nun darin, rechtzeitig so viele weisse Blutkörperchen bereitzustellen, dass sie in jedem Fall in der Ueberzahl wären, sollte eine Attacke von entsprechenden Viren stattfinden.
Dass dies wirklich mit der Anzahl Viren zu tun hat, weiss man schon länger. So braucht es z.B., um einen HIV-Infekt auszulösen, etwa 200’000 Viren, für eine Hepatitis C reichen bereits 2000 (!) .

Wie funktioniert nun eine Impfung?
Man muss den weissen Blutkörperchen beibringen, wie „der Feind“ aussieht. Weisse Blutkörperchen (Leukocyten) sind darauf spezialisiert, Eiweisse zu erkennen. Man trainiert also die Leukocyten darauf, bestimmte Eiweisse, nämlich die Oberflächenproteine der „gefährlichen“ Viren, sofort zu erkennen. Tun sie das, produzieren sie auch sofort Antikörper und die im Körper zirkulierenden Fresszellen vernichten die mit entsprechenden Antikörpern markierten Viren.
Das ist eigentlich der ganze Trick. Bis dieses System richtig funktioniert, dauert es 14 Tage bis 6 Wochen, abhängig von bestimmten Faktoren. D.h. unsere Leukocyten brauchen eine gewisse Lernphase, quasi.
Es ist eben die Zeit, die ein Körper benötigt, um sich den notwendigen Infektionsschutz zuzulegen. Dieser Schutz funktioniert auch bei einer echten Infektion, der Grund, weshalb ja manche Leute finden, man müsse sich nicht impfen, man werde lieber krank, dann habe man ja nachher die Immunität. Das ist richtig. Die Idee des Impfens beruht lediglich auf der Vorstellung, eine Art stummen Infekt durchzumachen, indem man statt eine volle Ladung aktiver (virulenter) Viren auf den armen Körper loszulassen, abgeschwächte oder sogar abgetötete Viren bzw. nur Virenbestandteile (nämlich die wichtigen Oberflächenproteine) in den Körper schleust, damit dieser lernt, wie der (oder das) Virus aussieht. Kommt dann doch noch ein Angriff mit echten Viren, ist die Immunität eben schon aufgebaut und der Virus hat keine Chance mehr.
Dies erklärt auch gleichzeitig, warum die Impfung nicht immer ganz richtig funktioniert. Es gibt nämlich Leute, die haben so doofe Leukocyten, dass diese nicht richtig lernen, wie sie zu reagieren haben. Es ist auch möglich, dass ein so heftiger Virenangriff kommt (mit Abermilliarden von Keimen), dass der Körper trotz seines aufgebauten Immunschutzes mit dem Angriff nicht fertig wird (und sich die Viren vermehren können und wir deshalb krank werden). Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass trotz ausgeklügelter Auswahl der Oberflächenproteine der Virus sich so verändert hat, dass die Leukocyten nicht merken, dass der Virus da ist und sich dieser heimlich und leise am Immunsystem vorbei in den Körper manövrieren kann. – Dies ist übrigens der Grund, weshalb sich die Fachleute so sehr vor dem Schweine- oder Mexiko-Grippe-Virus fürchten. Dieses Virus hat eine hohe Veränderungspotenz, und wenn es mal locker dauernd vom Tier zum Mensch und wieder zurück springen kann und sich immer verändert, haben wir ein echtes Problem.
Ein weiterer Vorteil einer aufgebauten Immunität bzw. eines sogenannten Impfschutzes besteht darin, dass aufgrund des raschen Niederschlages einer Keimattacke man selber nicht zum ansteckenden Keimträger wird (der Trick der Viren besteht ja darin, sich im Körper zu vermehren und dann auch gleich über Schleimhaut/Atemluft oder andere Wege wieder auszubreiten und weitere Wirte zu suchen, bevor der Körper merkt, dass er angegriffen wurde).

So weit zum (eigentlich sehr einfachen und einleuchtenden) Prinzip.

Die Realität sieht trotz dieses bestechend einfachen Konzepts leider infolge vieler menschlicher und natürlicher Imponderabilien etwas anders aus.
Das fängt damit an, dass in den Firmen, welche die Impfstoffe herstellen, trotz vieler Sicherheitsvorschriften und –Massnahmen oft unbewusst, manchmal aber auch sehr bewusst schlampig gearbeitet wird.
Studien, welche durchgeführt werden müssen, um die korrekte Zusammensetzung des Impfstoffes und die Ungefährlichkeit der verschiedenen Wirkstoffkomponenten beweisen sollen und müssen, werden ungenau durchgeführt. Wie ist es möglich, schon nach drei Tagen zu behaupten, die Impfung habe keine Nebenwirkungen, wenn man doch weiss, dass es mindestens zwei Wochen dauert, bis überhaupt ein Impfschutz aufgebaut ist? Wie soll man die Wirkung der Impfung beweisen, wenn dies in der Studie gar nicht hinterfragt wird? Nur als eines der Beispiele. – Da kann man jetzt lange drüber lästern, dass die Schweinegrippe-Impfstoffe in Europa schon zugelassen sind und die Schweiz wieder hinterherhinkt. Ich bin auch kein Freund von swissmedic, aber hier lassen sich die Schweizer wenigstens nicht einfach so vom Rest von Europa über den Tisch ziehen und gucken lieber selber noch mal etwas genauer hin.
Aber es bleiben trotzdem Fragen offen. So gibt es Geschichten und Gerüchte um die übrigen Inhaltsstoffe. Es gibt Nanopartikel als „Beschleuniger“, und vom Squalen, das im Pandemrix drin ist, gibt es eine Story, dass das Golfkriegsyndrom gar nichts mit dem Krieg selber zu tun hat, sondern mit einem Impfstoff, den die Soldaten bekommen haben. Das ist bis anhin nur eine Verschwörungstheorie, das Gegenteil lässt sich aber auch nicht beweisen. – Ganz schlimm wird es dann mit Problemen der generellen Politik solcher Firmen. Ein Impfstoff, der von der Firma Baxter in Kanada vertrieben wurde, enthielt – warum auch immer – nicht abgetötete Vogelgrippe-Viren. Ein Patient, der zur Testung der Ungefährlichkeit des Impfstoffes seine Frettchen geimpft hat, staunte nicht schlecht, als diese wenige Tage später alle tot waren. Die Geschichte auf der anderen Seite des grossen Teiches ziemlich Wellen geworfen, bei uns hörte man gar nichts davon.
So stellen sich viele Fragen über die Gesundheitspolitik und die Verantwortung der beteiligten Pharmafirmen.
Ja, und dann die Aufgabe der swissmedic. Taugt sie das, was sie soll, oder tut sie es nicht? Brauchen wir sie oder nicht? Fragen über Fragen. Wenn am Ende dann doch die gleichen Impfstoffe verwendet werden, obwohl eigentlich nichts mehr und nichts weniger bewiesen ist, dann können wir diese Institution auch vergessen.

Es gibt tiefgreifendere Verschwörungstheorien. So gibt es Berichte, dass die Spanische Grippe 1918 gar keine Grippe war. Angeblich gingen dort Leute morgens gesund aus dem Haus und kippten am Nachmittag auf der Strasse tot um. Eine solche Symptomatologie hat mit Grippe tatsächlich herzlich wenig zu tun. Die aktuelle Epidemie in der Ukraine scheint auch ein solches Phänomen darzustellen. Unglücklicherweise hat jemand, den man dann unauffällig von der Bildfläche hat verschwinden lassen, vorausgesagt, Baxter werde im Herbst in der Ukraine ein gefährliches Virus aussetzen. Die Wahrheit liegt wohl mal wieder irgendwo dazwischen, merkwürdig ist diese angebliche Grippe aber schon, denn die Lunge der befallenen Patienten wird sprichwörtlich innert kürzester Zeit unaufhaltsam zerstört.

Der Verteilungswirrwarr des Impfstoffes in der Schweiz hat nicht nur mit der swissmedic zu tun, sondern auch mit dem BAG. Dummerweise hat dieses riesige Mengen von Impfstoffen und isolierten Beschleunigern eingekauft in der Hoffnung, diese dann in der Armeeapotheke selber mischen zu können, was sich jetzt als nicht machbar erwiesen hat. Die unhandlichen Behälter à 500 Dosen tun das ihrige dazu. So werden – liebe Leserin, lieber Leser – unsere Steuergelder verbraten.

Am Ende dieser Story sei noch darauf hingewiesen, dass es zwar sehr einfach tönt, solche abgetöteten oder abgeschwächten Virenproteine zu züchten. In Wirklichkeit sind das komplexe Verfahren, bei denen keineswegs sicher ist, ob immer das entsteht, was man gerne hätte. Da werden Kulturen auf Hunde-Epithelzellen und in Hühnerembryonen gezüchtet, da gibt es komplizierte Reinigungs- und Trennverfahren, da gibt es Lösungs- und Trägermoleküle, die später wieder rausgefiltert werden müssen… Deshalb gibt es ja auch ein entsprechendes Zulassungsverfahren, das beweisen soll, dass alles mit rechten Dingen zu geht und der Körper nicht mit unnötigen Substanzen belastet wird. Ob dies jedoch wirklich immer zutrifft, darf doch zumindest ein bisschen angezweifelt werden.

Ob hier immer alle Beteiligten ihre Verantwortung wahrnehmen, scheint mir doch würdig, hinterfragt zu werden. Vielleicht müsste man den einen oder andern mal dran erinnern, dass hier mehr als kurz- oder mittelfristige Gewinne auf dem Spiel stehen.