Also: Während die Oel-Multis weiter unsere Welt verschmutzen, direkt oder indirekt, indem sie aus defekten, kaputten und schlecht gewarteten Plattformen Erdöl auslaufen lassen, oder indem sie Rosthaufen namens Tanker mit unfähigen Besatzungen auf Hindernisse auflaufen lassen oder indem sie schlicht die Welt mit viel zu billigem Oel überschwemmen, das dann verheizt, verpufft oder sonst wie in CO2 und Treibhausgase umgewandelt wird, also während die Kirgisen mit ihrem Inlandterror kämpfen, aber nicht einmal eins befreundete Ausland fliehen können oder dürfen, während Afghanistan immer weiter von jeglicher Rechtsstaatlichkeit wegrutscht und die als Weltpolizisten auftretenden USA – und UN-Truppen kläglich versagen und deren Chefs den Mist, den sie bauen, auch noch lauthals zurück ins eigene Land schaufeln, während alle auf den Gaza – Streifen schauen und mit den übrigen Blindgängern nur auf den Juden rumhacken, die wahrlich auch nicht alles richtig machen und als angeblich auserwähltes Volk zeitweise ziemlich daneben wirken, dabei aber vergessen wird, dass die Hamas und andere Märtyrer der Palästinenser kein Yota besser sind und mit den genau gleichen Bandagen kämpfen, ja manchmal sogar noch mit schlimmeren (Kinder als wandelnde Bomben z.B.), während also noch viele andere schwerwiegende Probleme zu lösen wären, die hier gar nicht alle aufgezählt werden können, während also man den Eindruck hat, die Welt stand auch schon besser da und die WM rettet es auch nicht mehr, haben in der properen Schweiz die Medien und die Politiker nichts anderes zu tun, als libysche Wäsche zu waschen, die ja bekanntermassen immer vor Dreck steht.
Das Bedenkliche daran sind eigentlich die Löcher, die das System von Bundesbeamten, bezahlten Politikern und Lobbyisten offenbar aufweist. Wie ist es möglich, dass Dinge, die eigentlich geheim sind oder zumindest die Oeffentlichkeit oder die Presse nichts angehen, da sie intern aufbereitet werden sollen, plötzlich publik werden? Wie offensichtlich müssen denn die Parteistrategen noch werden, um die Verhunzung ihrer politischen Gegner auf die Spitze zu treiben?
Zuerst wird gemeckert, wir hätten keine schnell reaktionsfähige Regierung, der Apparat sei viel zu träge und nicht handlungsfähig, und wenn dann herauskommt, dass da im Hintergrund aber kräftig gewerkelt wurde und im Geheimen (eben!) Schlachtpläne und Szenarien entworfen wurden, dann wird schon wieder die Regierungsfähigkeit der Regierung in Frage gestellt. Mit welcher Absicht?
Abgesehen davon, dass geheime Abklärungen und Pläneschmieden die zentrale Aufgabe eines Geheimdienstes sind und es völlig normal ist, dass nicht alle Leute darüber informiert werden. Bei anderen Aufgaben ist es ja auch so, dass zuerst mal die dem entsprechenden Bundesrat unterstellten Aemter, Kommissionen und zugeteilte Fachpersonen etwas beraten, entwickeln, erarbeiten etc., ohne dass gleich der ganze Bundesrat als Gremium darüber Bescheid wissen muss. So läuft der Alltag.
Die Kollegialität der Kollegialbehörde in Frage zu stellen, ist inzwischen Programm und von gewissen Parteivertretern (und deren Presse-Nachplapperern, die sich immer noch Journalisten nennen dürfen) ganz offensichtlich mehr als gewollt.
Ausser Spesen ist am Ende aber wieder nichts gewesen.
Der aktuelle Zirkus hat schwer den Beigeschmack einer herbeigeredeten Sommerloch-Füll-Kampagne. Er wirkt nur noch lächerlich, insbesondere, wenn man die Tragweite dieser bereits in Aufarbeitung befindlichen Geschichte vergleicht mit dem, was uns eigentlich wirklich beschäftigen sollte.
Arme Schweiz.
Glückliches Libyen (das sich bei all dem noch ins Fäustchen lacht).
Macht nur weiter so, ihr Medien-Fuzzis. Das miese Karma kommt zurück.