Dürfen die Aerzte Medikamente abgeben? Dürfen Aerzte überhaupt an dem, was sie tun, etwas verdienen?
Dezember 22nd, 2010 | By ATK in allgemein, Gesundheitswesen | 1 Kommentar »Heute möchte ich Ihnen mal wieder ein paar Ueberlegungen diesbezüglich darlegen.
Schauen wir z.B. in die neuste Statistik der IMS-Health, so sehen wir, dass Ende 2009 die Apotheken in der Schweiz für 2.554 Milliarden Franken Medikamente umgesetzt haben, die sogenannten SD-Aerzte, also Aerzte mit einer eigenen Apotheke, 1.23 Milliarden. Da es in der Schweiz 1743 Apotheken gibt und 3555 selbstdispensierende Aerzte, kann man leicht ausrechnen, welcher Umsatz hier anfällt. Jede Apotheke hat im Durchschnitt 1.46 Millionen umgesetzt, jeder Arzt 346 Tausend Franken. Also ungefähr ein Drittel. Da er auch noch die deutlich schlechtere Marge als die Apotheke hat – politisch so gewollt – bleibt ihm unter dem Strich also nicht mehr so besonders viel Gewinn (die Zahlen markieren, ich betone es noch einmal, den Umsatz, nicht den Gewinn). Für den Arzt kann man das leicht rechnen: Er hat eine Marge von 8%, das sind 27.680 Franken. Das ist der Gewinn. Im Durchschnitt.
Es fragt sich nun, ob Sie ihm dieses Zubrot gönnen, vor allem, wenn Sie froh sind, beim Arztbesuch gleich noch die notwendigen Medikamente gleich zu erhalten und nicht noch unter Umständen mehrere Kilometer unter die Füsse oder Räder nehmen zu müssen, um sich das notwendige in der Apotheke zu ergattern.
Man kann sich dabei ja immer die philosophische Frage stellen, ob denn jemand, der sich um die Gesundheit eines Menschen bzw. die Heilung oder Pflege einer Krankheit bemüht, dafür überhaupt ein Entgelt bekommen darf.
Seit die Klöster aber unter extremem Personalmangel leiden und eigentlich niemand mehr bereit ist, für Gottes Lohn zu arbeiten, ist diese Frage schlicht obsolet.
