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Die Uhr der gläsernen Zeit

Januar 4th, 2011 | By ATK in allgemein | Keine Kommentare »

Als Messer der Zeit war es doch nur

Eine Uhr,

Durchmass das Stundenglas die Zeit ganz stur

Mit Bravour,

Und das Gerät stand schrecklich schrill

Niemals still,

Und so war jeder Augenblick

Ein Tick.

 

Doch was sie wirklich mass, so dünn war das

Wie Glas,

Also machte dieses Stundenglas

Keinen Spass.

Am Ende war auf sie, wie krass,

Kein Verlass.

Es war, als sie die letzte Stunde schlug,

Betrug,

Weil so das Mass wie auch sie selbst mit einem Schlag

Zerbrach.

 

Ich mache erneut darauf aufmerksam, dass meine Gedichte urheberrechtlich geschützt sind. Möchten Sie diesselben irgendwo verwenden oder zitieren, so sollten Sie vorher um entsprechende Erlaubnis bitten, die ich in der Regel gerne erteile: mail an dietmar.thumm@augentagesklinik.com genügt.

Mal wieder was Legales…

Januar 4th, 2011 | By ATK in allgemein | Keine Kommentare »

Wir leben in einer komplizierten Zeit, um es nicht verrückt zu nennen. Das kann ja manchmal ganz amüsant oder auch spannend sein, manchmal fragt man sich aber schon ein bisschen…

Ich erzähle Ihnen dazu eine kleine Geschichte, die Parallelen zu suchen, überlasse ich dann Ihnen. In einer Schule rutschen die jungen Schüler immer wieder das Treppengeländer herunter. Das ist eigentlich ausdrücklich verboten und wird von der Lehrerschaft und der Schulverwaltung auch immer wieder mal verdeutlicht, da auch nicht ganz ungefährlich; wenn ein Schüler gerade dabei erwischt wird, wird er verwarnt, aber wir kennen das ja: Schüler sind schlau, sie schauen zuerst, ob eine Lehrperson rumsteht, erst dann wird gerutscht.

Eines Tages passiert nach den bekannten Gesetzmässigkeiten (McMurphy lässt grüssen) das Unvermeidliche: Ein Schüler bekommt das Uebergewicht und stürzt über 9 Meter in die Tiefe, der Sturz endet tödlich.

Was passiert nun als nächstes? Richtig, die Eltern verklagen die Schule, sie habe nicht genügend für die Sicherheit der Kinder geschaut und man hätte zumindest durch bauliche Massnahmen das Herunterrutschen verhindern müssen, eventuell auch Netze im Treppenhaus spannen.

Tönt doch vernünftig oder? Wenn ich im Ueberholverbot trotzdem überhole und mit einem entgegenkommenden Auto zusammenstosse, verklage ich das Strassenverkehrsamt, es hätte durch bauliche Massnahmen verhindern müssen, dass man dort überholen kann. So ungefähr.

Das interessante an der Geschichte kommt aber erst: Das Gericht musste sich ja nun damit befassen und befand, dass die Klage als solches abzulehnen sei, da quasi nicht zuständig für etwas, was bereits besteht (bauliche Vorschriften, Verbot). Die Eltern wehrten sich dagegen und zogen damit bis vor Bundesgericht, welches entschied: Jawohl, Fehler der Staatsanwaltschaft, man kann nicht einfach behaupten, es gäbe ja Vorschriften, man müsse das abklären. Also wird jetzt abgeklärt, ob die Vorschriften so belassen werden können, und dann wird abgeklärt, wenn nicht, was geändert werden muss, und dann wird abgeklärt, ob das zu einem Schadenersatz oder zu einer Bestrafung führt. Wie Figura zeigt, ist aber nicht immer besonders logisch und nach unserem Empfinden auch nicht immer gerecht, was Gerichte entscheiden. Man stelle sich vor, das Gericht entscheidet, die Schule müsse die baulichen Verbesserungen durchführen (z.B. Noppen auf’s Treppengeländer montieren). Erstens wird davon das Kind nicht wieder lebendig, zweitens fällt dann den Schülern eine andere Dummheit ein, die sie ausüben könnten und drittens würde das eine unendliche Lawine an Sanierungsmassnahmen in sämtlichen Schulen auslösen. So, meine lieben Leserinnen und Leser, werden – auch – unsere Steuergelder verschleudert.

In Deutschland gibt es übrigens zu einem praktisch gleich gelagerten Fall bereits einen Oberlandesgerichtsentscheid: Die Schule sei weder schuldig noch zu baulichen Massnahmen verpflichtet, da es ja ganz offensichtlich sei, dass das Rutschen auf einem Geländer, wo es 9 Meter runter geht, gefährlich sei, diese Eigenverantwortung könne nicht abgewälzt werden. Erstaunlich, dass ennet der Grenze doch noch vernünftige Gerichtsentscheide möglich sind.

Betreffend die Eltern des obigen tödlich verunfallten Kindes übrigens gehe ich jede Wette ein, dass diese davon überzeugt sind, erziehungstechnisch alles richtig gemacht zu haben.

Die verrückteste Geschichte dazu kommt übrigens einmal mehr aus dem verrücktesten Land der Welt, den USA: Dort brach ein Einbrecher durch’s Glas-Dach eines öffentlichen Gebäudes und erlitt eine Querschnittslähmung. Er bzw. natürlich sein gerissener Anwalt verklagte die Haus-Besitzer und bekam Recht: Sie wurden zu mehreren Millionen Dollar Behandlungskosten und Entschädigungszahlung verdonnert. Interessant ist dabei die Begründung des Gerichts: Es hätte sich irgendjemand auf’s Dach begeben können, also auch ein Handwerker oder so, und da hätte man ja dann auch bezahlt. Da das Gericht keinen Unterschied vor den Menschen macht (oder jedenfalls machen sollte), musste es quasi so entscheiden. Das ist jetzt alles sehr kurz zusammengefasst, die Quintessenz macht aber immer wieder staunen.