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Bundesgerichtsentscheid zur Wirtschafltichkeitsprüfung von Aerzten

Mai 11th, 2011 | By ATK in Augentagesklinik, Gesundheitswesen, Infos | Keine Kommentare »

Endlich hat es das Bundesgericht eingesehen: Es gibt einen wegweisenden Entscheid. Die Wirtschaftlichkeit eines Arztes darf nur noch aufgrund seiner direkten Tätigkeit bestimmt werden, es darf nicht berücksichtigt werden, wie viel (nichtpflichtige) Medikamente oder Hilfsmittel er nebenher verkauft, und Zu- und Überweisungskosten dürfen nicht mit einbezogen werden (d.h. ein Arzt kann nicht für die Kosten, die andere generieren, verantwortlich gemacht werden. Das ist ein enorm wichtiger Interpretationswandel, denn bis anhin hafteten wir für Dinge, für die wir nichts konnten)! Hoffen wir, dass dies ein Zeichen des Umdenkens und nicht nur ein billiger Zufall ist.

Provokationen

Mai 6th, 2011 | By ATK in allgemein | 3 Kommentare »

Fangen wir doch gleich wieder mit einer Provokation an: „Prinzipien sind etwas für Leute, die sonst nichts zu tun haben. Prinzipien können sich nur Leute leisten, die nicht arbeiten oder Geld verdienen müssen.“

Marc Rich ist z.B. einer ohne Prinzipien, der wollte bloss Geld verdienen. Und hat dabei Paradoxes geleistet: Während die Linke Marc Rich als Ausbeuter der Dritten Welt anprangerte, sicherte seine Firma den Sandinisten, die von vielen Linken als Befreiungskämpfer idealisiert wurden, das finanzielle Überleben. Durch ihn kam es zur paradoxen Situation, dass Teile der kubanischen Truppen die Förderanlagen der kapitalistischen Gulf Oil aus dem amerikanischen Pittsburgh, Pennsylvania, gegen Anschläge der kommunistischen Unita verteidigten, die übrigens wiederum durch die USA unterstützt wurden. Soviel zur Logik der Prinzipien und wie gut man sie einhalten kann, und vor allem zu den unendlichen Paradoxa dieser Welt.

Nur Geld und Handel, oder eben Geldhandel, das funktioniert immer. Nicht immer zu unserer eigenen Zufriedenheit, aber es hält die Welt am Laufen. Nicht langwierige, medial gesteuerte politische Geplänkel um zukünftige Bundesratkandidaturen. Nicht das Desaster um eine Konkordanz, welche die Wahl eines zukünftigen Bundesrates derart beeinflusst, das Leute mit Profil (das einem ja dann auch mal nicht passen kann, das ist schon klar) von vornherein in Misskredit bringt (wird jetzt über Frau Sommaruga behauptet, war vor einiger Zeit das Problem des Herrn Blocher).
Geld allein macht nicht glücklich, aber ohne Geld ist man in der Regel schlechter dran als mit.

Obwohl: Immer wieder mal gibt es einen Volksaufstand, der dann doch etwas bewirkt. Manchmal habe ich allerdings den Verdacht, dass das ohnehin nur Äusserlichkeiten sind. Viel Aufruhr in den Arabischen Ländern. Wäre gespannt, wie viel davon in den Geschichtsbüchern in 200 Jahren stehen wird. In Saudi-Arabien dürfen Frauen immer noch nicht einfach so Auto fahren. Und kaum ist ein Erdbeben mit Tsunami in Japan, ist das Thema schon aus den Medien raus. Nicht, dass in des Wortes mehrfacher Bedeutung nicht erschütternd wäre, was da auf der anderen Seite der Erdkugel grad passiert. Aber wir erleben im Moment ohnehin turbulente Zeiten, um das mal gutbürgerlich zu umschreiben.

Ist wohl ziemlich zynisch. Ist aber auch als satirische Provokation gemeint.