Cisalpino-cessoalpino-niente alpino

Mal ein ganz anderes Thema:

Die Cisalpino AG wird – endlich – aufgelöst. Dieses Monstrum, als Idee konstruiert, den Nord-Süd-Verkehr zwischen Schweiz und Italien eigentlich zu verbessern, hat sich nicht bewährt. Kann ja nicht: Ein Betrieb, der eigentlich in Händen der Italiener verbleibt, die gerade eisenbahntechnisch derart viele Schikanen einbauen und vieles so viel anders machen als der Rest in Europa, kann gar nicht funktionieren.

Es gibt dazu viele teils fast belustigende Beispiele. Eine Lok braucht in Italien eine rote Schürze. Ist gesetzlich so vorgeschrieben. Wenn jetzt eine Lok ohnehin rot angemalt ist, wie dies z.B. die österreichischen Taurus-Lokomotiven sind, so dürfen diese trotzdem nicht über den Brenner in den Süden fahren, den rote Lok heisst keineswegs rote Schürze. Nur so als Beispiel. Im Verkehr Schweiz – Italien gibt es diesbezüglich technisch komplexere Probleme. So fahren die neuen Neigezüge durch den Lötschberg-Basistunnel mit aktiviertem hinterem Führerstand, sodass im Notfall der Zug unverzüglich rückwärts aus einer Gefahrenzone gefahren werden könnte. Dieser Betriebszustand ist in Italien verboten. Also muss man komplexe Schaltungen kreieren, damit der Zug trotzdem über die Grenze fahren kann.

 

Dass die Cisalpino gar nicht funktionieren kann, hat man vielleicht schon bei der Namensgebung berücksichtigt. Cis ist das Gegenteil von Trans. Bis anhin hatten wir Trans Europ Express- Züge, alles mögliche wird trans-portiert, bloss die Züge nach Italien, die bleiben cis, nämlich stehen. Alles klar?

 

Dass die Cisalpino AG aufgelöst wird, verbessert übrigens nicht per se das Problem, dass der Verkehr nach Italien dem totalen Fiasko geweiht ist. Immerhin kann nun zwar die SBB die Züge selber warten, was nämlich im Vertrag mit der Cisalpino AG so nicht vorgesehen war, diese werden dadurch allerdings nicht automatisch zuverlässiger. Wenigstens werden sie etwas sauberer sein, und vielleicht funktionieren ja auch die Toiletten dann etwas besser.

 

Wer nach Italien will, fliegt aber in der Regel. Da kommt man wenigstens an. Eigentlich aber schade, dass die Trenitalia ihren Betrieb so heruntergewirtschaftet hat (ist nicht bloss eine Folge der Gewerkschaften, ist auch Misswirtschaft).