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Und wieder mal die teuren Spezialärzte

März 18th, 2010 | By ATK in Gesundheitswesen | Keine Kommentare »

Vorgestern hat der Kassensturz die Einkommensdifferenzen zwischen Allgemeinpraktikern und Hausärzten zum Thema gemacht.
Die Empörung ist einmal mehr gross, je nachdem, von welcher Seite man kommt, aus unterschiedlichem Grund.
Es wurde aber nicht thematisiert, dass die Hausärzte zu wenig verdienen, sondern einmal mehr, dass die Spezialisten zu viel verdienen.
Ist dem so?
Kommt drauf an. Lesen Sie die Diskussion auf http://www.sf.tv/sendungen/kassensturz/meinung/forum/forum.php?forumid=2227
Interessant dabei: Am gleichen Tag hat unsere Innenministerin Frau BR Doris Leuthard informiert, dass in den nächsten 20 Jahren 50000 Personen in der Pflege fehlen werden. Diese auszubilden und zu beschäftigen, kostet Geld (darüber hat sie logischerweise nicht informiert). Berechnen wir eine Stelle zu 80’000.- Jahreskosten, und das ist günstig, wenn man die Ausbildung und alle Sozialzulagen mitrechnet, dann sind das schon wieder 4 Milliarden zusätzlich im Gesundheitswesen. Und das hat gar nichts mit abzockenden Aerzten zu tun.
Das ist sowieso Quatsch. Die Politik hat mit Einführung des KVG und TarMED eine Kostenneutralität beschlossen, d.h. der neue Tarif durfte nicht mehr kosten als der alte. Wieso wundert sich dann jeder, dass es immer noch so ist wie vorher. Die Hausärzte verdienen immer noch zu wenig, und die Spezialisten verdienen im Verhältnis auch immer weniger, weil die AErzte in der freien Praxis (das Personal in den Spitälern natürlich schon, also auch die Aertze) seit über 20 Jahren keinen Teuerungsausgleich hatten (bei den Urologen z.B. sind die Vergütungen z.T. auf 1/18 des vorherigen Tarifs geschrumpft. Das bedeutet lediglich, dass sie vorher wirklich gut verdient haben, aber jetzt wohl die Zitrone ausgepresst sein dürfte).