Posts Tagged ‘Schweine-Grippe’

Das BAG hat immer Recht

November 14th, 2009 | By ATK in Gesundheitswesen | Keine Kommentare »

Heute hat sich Herr Zeltner, Chef des Bundesamtes für Gesundheit, mal wieder ganz weit zum Fenster raus gelehnt: Dass so ein Chaos herrsche mit der Schweinegrippe-Impfung, daran seien die Kantone schuld.
Original-Zitat Zeltner von letzter Woche: „Bei uns sind keine Fehler passiert“.
Super, die im BAG haben offenbar einen Impfstoff gegen Selbstkritik entwickelt und sind jetzt immun gegen alles.
Dabei hat das BAG inzwischen mal ganz kurz noch am Freitag Nachmittag kurz vor Torschluss verkündet, dass Celtura als zusätzlicher Impfstoff nun doch erhältlich bzw. zugelassen ist, was es den Kantonen ja ganz besonders einfach macht….
Die Geschichte mit diesem Schweinegrippe – Virus ist ja eh eine Besondere: An der „normalen“ Grippe sterben allein in der Schweiz jährlich über 200 Personen und niemand macht daraus ein Pandemie-Drama, aber wenn irgendwo in der Welt ein geschwächter Jüngling am Mexico-Fieber stirbt, muss Pandemiestufe 6 Plus ausgerufen werden. – Die Sache stinkt. Es riecht danach, als müsse die WHO endlich mal ihre Existenz-Berechtigung beweisen, nachdem die Milliarden, welche wir alle da reinbuttern, eigentlich an der Weltgesundheit noch nicht viel geändert haben. In den Industrie-Ländern ist die Lebenserwartung um 10 Jahre gestiegen, aber nicht wegen der WHO, sondern höchstens trotz, und in den Entwicklungsländern sterben die Kinder noch immer wie die Fliegen, werden von ihren Vätern und Onkeln geschwängert und die Mädchen noch immer beschnitten… oder sterben schon vorher am bei der Geburt akquirierten AIDS.
Tja.

Das BAG macht keine Fehler. Deshalb hat es ja auch gehörigen Stuss zur Vernehmlassung zum neuen Heilmittelgesetz rausgelassen. Dort steht wörtlich, dass die Abgabe von Medikamenten durch Aerzte eine Gefahr für die Bevölkerung darstelle und sanitätspolizeilich verboten werden müsse. Im Klartext: Es ist für die Bevölkerung besser, wenn man die Aerzte überhaupt abschafft. Könnte sein. Es ist aber noch besser für die Bevölkerung, wenn man steuergeldverschlingende Schreibtischbeamte abschafft: also weg mit dem BAG.

Bevor ich’s vergesse: Falls Sie diesen Witz noch nicht gehört haben, hier ist der Renner der letzten Wochen:
Ein Wolf, ein Löwe und ein Schwein treffen sich und prahlen ein bisschen rum.
Der Wolf: „Wenn ich heule, fürchtet sich der ganze Wald.“
Der Löwe: „ Das ist noch gar nichts. Wenn ich richtig brülle, fürchtet sich halb Afrika.“
Da meint das Schein mit piepsiger Stimme: „Wenn ich ein bisschen huste und niese, fürchtet sich die ganze Welt.“

Prinzip und Wahrheit

November 12th, 2009 | By ATK in Gesundheitswesen | Keine Kommentare »

Reden wir heute mal vom Impfen. Ist ja in aller Munde, sozusagen.
Die Idee einer Impfung ist alt, und bestechend. Ausgehend vom Wissen, dass rund um viele Kranke manche Leute gar nicht krank werden, sondern sich „immunisieren“, also resistent werden gegen die Krankheit, hat man mit zunehmendem Wissen über die Funktion unseres Immunsystems herausgefunden, dass unsere weissen Blutkörperchen lernen können, was Freund und was Feind ist.
Eine Immunität bedeutet, dass unser körpereigenes Abwehrsystem sich auf einen entsprechenden „Angriff“ vorbereiten kann und damit die Reaktionszeit (zum Aufbau der Abwehr) stark verkürzt ist. Nur so kann eine Bakterien- oder Vireninvasion rechtzeitig niedergeschlagen werden. Die kriegerischen Begriffe entsprechen der Wahrheit: Im Körper findet ein echter Kampf statt, und der Stärkere (oder der in der Ueberzahl) gewinnt.
Die Idee der Impfung besteht nun darin, rechtzeitig so viele weisse Blutkörperchen bereitzustellen, dass sie in jedem Fall in der Ueberzahl wären, sollte eine Attacke von entsprechenden Viren stattfinden.
Dass dies wirklich mit der Anzahl Viren zu tun hat, weiss man schon länger. So braucht es z.B., um einen HIV-Infekt auszulösen, etwa 200’000 Viren, für eine Hepatitis C reichen bereits 2000 (!) .

Wie funktioniert nun eine Impfung?
Man muss den weissen Blutkörperchen beibringen, wie „der Feind“ aussieht. Weisse Blutkörperchen (Leukocyten) sind darauf spezialisiert, Eiweisse zu erkennen. Man trainiert also die Leukocyten darauf, bestimmte Eiweisse, nämlich die Oberflächenproteine der „gefährlichen“ Viren, sofort zu erkennen. Tun sie das, produzieren sie auch sofort Antikörper und die im Körper zirkulierenden Fresszellen vernichten die mit entsprechenden Antikörpern markierten Viren.
Das ist eigentlich der ganze Trick. Bis dieses System richtig funktioniert, dauert es 14 Tage bis 6 Wochen, abhängig von bestimmten Faktoren. D.h. unsere Leukocyten brauchen eine gewisse Lernphase, quasi.
Es ist eben die Zeit, die ein Körper benötigt, um sich den notwendigen Infektionsschutz zuzulegen. Dieser Schutz funktioniert auch bei einer echten Infektion, der Grund, weshalb ja manche Leute finden, man müsse sich nicht impfen, man werde lieber krank, dann habe man ja nachher die Immunität. Das ist richtig. Die Idee des Impfens beruht lediglich auf der Vorstellung, eine Art stummen Infekt durchzumachen, indem man statt eine volle Ladung aktiver (virulenter) Viren auf den armen Körper loszulassen, abgeschwächte oder sogar abgetötete Viren bzw. nur Virenbestandteile (nämlich die wichtigen Oberflächenproteine) in den Körper schleust, damit dieser lernt, wie der (oder das) Virus aussieht. Kommt dann doch noch ein Angriff mit echten Viren, ist die Immunität eben schon aufgebaut und der Virus hat keine Chance mehr.
Dies erklärt auch gleichzeitig, warum die Impfung nicht immer ganz richtig funktioniert. Es gibt nämlich Leute, die haben so doofe Leukocyten, dass diese nicht richtig lernen, wie sie zu reagieren haben. Es ist auch möglich, dass ein so heftiger Virenangriff kommt (mit Abermilliarden von Keimen), dass der Körper trotz seines aufgebauten Immunschutzes mit dem Angriff nicht fertig wird (und sich die Viren vermehren können und wir deshalb krank werden). Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass trotz ausgeklügelter Auswahl der Oberflächenproteine der Virus sich so verändert hat, dass die Leukocyten nicht merken, dass der Virus da ist und sich dieser heimlich und leise am Immunsystem vorbei in den Körper manövrieren kann. – Dies ist übrigens der Grund, weshalb sich die Fachleute so sehr vor dem Schweine- oder Mexiko-Grippe-Virus fürchten. Dieses Virus hat eine hohe Veränderungspotenz, und wenn es mal locker dauernd vom Tier zum Mensch und wieder zurück springen kann und sich immer verändert, haben wir ein echtes Problem.
Ein weiterer Vorteil einer aufgebauten Immunität bzw. eines sogenannten Impfschutzes besteht darin, dass aufgrund des raschen Niederschlages einer Keimattacke man selber nicht zum ansteckenden Keimträger wird (der Trick der Viren besteht ja darin, sich im Körper zu vermehren und dann auch gleich über Schleimhaut/Atemluft oder andere Wege wieder auszubreiten und weitere Wirte zu suchen, bevor der Körper merkt, dass er angegriffen wurde).

So weit zum (eigentlich sehr einfachen und einleuchtenden) Prinzip.

Die Realität sieht trotz dieses bestechend einfachen Konzepts leider infolge vieler menschlicher und natürlicher Imponderabilien etwas anders aus.
Das fängt damit an, dass in den Firmen, welche die Impfstoffe herstellen, trotz vieler Sicherheitsvorschriften und –Massnahmen oft unbewusst, manchmal aber auch sehr bewusst schlampig gearbeitet wird.
Studien, welche durchgeführt werden müssen, um die korrekte Zusammensetzung des Impfstoffes und die Ungefährlichkeit der verschiedenen Wirkstoffkomponenten beweisen sollen und müssen, werden ungenau durchgeführt. Wie ist es möglich, schon nach drei Tagen zu behaupten, die Impfung habe keine Nebenwirkungen, wenn man doch weiss, dass es mindestens zwei Wochen dauert, bis überhaupt ein Impfschutz aufgebaut ist? Wie soll man die Wirkung der Impfung beweisen, wenn dies in der Studie gar nicht hinterfragt wird? Nur als eines der Beispiele. – Da kann man jetzt lange drüber lästern, dass die Schweinegrippe-Impfstoffe in Europa schon zugelassen sind und die Schweiz wieder hinterherhinkt. Ich bin auch kein Freund von swissmedic, aber hier lassen sich die Schweizer wenigstens nicht einfach so vom Rest von Europa über den Tisch ziehen und gucken lieber selber noch mal etwas genauer hin.
Aber es bleiben trotzdem Fragen offen. So gibt es Geschichten und Gerüchte um die übrigen Inhaltsstoffe. Es gibt Nanopartikel als „Beschleuniger“, und vom Squalen, das im Pandemrix drin ist, gibt es eine Story, dass das Golfkriegsyndrom gar nichts mit dem Krieg selber zu tun hat, sondern mit einem Impfstoff, den die Soldaten bekommen haben. Das ist bis anhin nur eine Verschwörungstheorie, das Gegenteil lässt sich aber auch nicht beweisen. – Ganz schlimm wird es dann mit Problemen der generellen Politik solcher Firmen. Ein Impfstoff, der von der Firma Baxter in Kanada vertrieben wurde, enthielt – warum auch immer – nicht abgetötete Vogelgrippe-Viren. Ein Patient, der zur Testung der Ungefährlichkeit des Impfstoffes seine Frettchen geimpft hat, staunte nicht schlecht, als diese wenige Tage später alle tot waren. Die Geschichte auf der anderen Seite des grossen Teiches ziemlich Wellen geworfen, bei uns hörte man gar nichts davon.
So stellen sich viele Fragen über die Gesundheitspolitik und die Verantwortung der beteiligten Pharmafirmen.
Ja, und dann die Aufgabe der swissmedic. Taugt sie das, was sie soll, oder tut sie es nicht? Brauchen wir sie oder nicht? Fragen über Fragen. Wenn am Ende dann doch die gleichen Impfstoffe verwendet werden, obwohl eigentlich nichts mehr und nichts weniger bewiesen ist, dann können wir diese Institution auch vergessen.

Es gibt tiefgreifendere Verschwörungstheorien. So gibt es Berichte, dass die Spanische Grippe 1918 gar keine Grippe war. Angeblich gingen dort Leute morgens gesund aus dem Haus und kippten am Nachmittag auf der Strasse tot um. Eine solche Symptomatologie hat mit Grippe tatsächlich herzlich wenig zu tun. Die aktuelle Epidemie in der Ukraine scheint auch ein solches Phänomen darzustellen. Unglücklicherweise hat jemand, den man dann unauffällig von der Bildfläche hat verschwinden lassen, vorausgesagt, Baxter werde im Herbst in der Ukraine ein gefährliches Virus aussetzen. Die Wahrheit liegt wohl mal wieder irgendwo dazwischen, merkwürdig ist diese angebliche Grippe aber schon, denn die Lunge der befallenen Patienten wird sprichwörtlich innert kürzester Zeit unaufhaltsam zerstört.

Der Verteilungswirrwarr des Impfstoffes in der Schweiz hat nicht nur mit der swissmedic zu tun, sondern auch mit dem BAG. Dummerweise hat dieses riesige Mengen von Impfstoffen und isolierten Beschleunigern eingekauft in der Hoffnung, diese dann in der Armeeapotheke selber mischen zu können, was sich jetzt als nicht machbar erwiesen hat. Die unhandlichen Behälter à 500 Dosen tun das ihrige dazu. So werden – liebe Leserin, lieber Leser – unsere Steuergelder verbraten.

Am Ende dieser Story sei noch darauf hingewiesen, dass es zwar sehr einfach tönt, solche abgetöteten oder abgeschwächten Virenproteine zu züchten. In Wirklichkeit sind das komplexe Verfahren, bei denen keineswegs sicher ist, ob immer das entsteht, was man gerne hätte. Da werden Kulturen auf Hunde-Epithelzellen und in Hühnerembryonen gezüchtet, da gibt es komplizierte Reinigungs- und Trennverfahren, da gibt es Lösungs- und Trägermoleküle, die später wieder rausgefiltert werden müssen… Deshalb gibt es ja auch ein entsprechendes Zulassungsverfahren, das beweisen soll, dass alles mit rechten Dingen zu geht und der Körper nicht mit unnötigen Substanzen belastet wird. Ob dies jedoch wirklich immer zutrifft, darf doch zumindest ein bisschen angezweifelt werden.

Ob hier immer alle Beteiligten ihre Verantwortung wahrnehmen, scheint mir doch würdig, hinterfragt zu werden. Vielleicht müsste man den einen oder andern mal dran erinnern, dass hier mehr als kurz- oder mittelfristige Gewinne auf dem Spiel stehen.