Praxis Dr. med. Dietmar ThummPraxis Dr. med. Dietmar Thumm Facharzt FMH für Augenkrankheiten und Augenchirurgie
 

Grüner Star

Grüner Star – Fortschritte in Diagnose und Therapie

Es stehen uns diverse Neuerungen zur Verfügung, welche die Verlaufsdiagnostik und die Therapie zu Ihren Gunsten positiv beeinflussen. Ein Teil dieser Neuerungen ist nicht gratis zu haben, der Nutzen überwiegt die Kosten aber bei weitem!

Folgende Neuerungen werden Sie in der Praxis vorfinden:

  • Verlaufskontrolle des Sehnerven mittels Laser-Scanning-Ophthalmoskopie (HRT)
  • Verlaufskontrolle der Nervenfaserdicke mit einem ähnlichen Lasergerät (GDx)
  • diverse verschiedene Methoden zur Papillenfotografie
  • Messung der Hornhautdicke vor der Augendruckmessung
  • Diverse neue Glaukom-Medikamente, welche weniger Nebenwirkungen und ein stärkeres Wirkungsprofil aufweisen

Erläuterungen:

Laser-Scanning-Ophthalmoskopie (HRT):

Dieses Gerät (Heidelberg Retino-Tomograph) tastet mittels eines absolut unschädlichen Laserstrahls (so ähnlich wie ein Fotokopierer) Ihre Netzhaut und insbesondere den Sehnervenkopf ab. Dabei kann mit einer Exaktheit von 40 Tausendstelmilimetern die Tiefe und Ausbuchtung des Sehnerven festgelegt werden. Da pro Auge Tausende von Daten auf der Festplatte des Computers gespeichert werden, lassen sich so über die Jahre viel genauer als bisher Verläufe festlegen und exakt berechnen, ob der Sehnerv stabil bleibt oder sich negativ verändert.

Sollte er sich negativ verändern, bedeutet das, dass die Therapie verstärkt oder mit einer Therapie begonnen werden muss.

Diese Untersuchung wird deshalb in kritischen Fällen ca. alle halbe Jahre wiederholt, ansonsten etwa jährlich. Sie wird von der Krankenkasse übernommen.

Nerve-Fiber-Layer-Analyser (NFA oder GDx):

Dieses Messgerät kann die Nervenfaserdicke der Netzhaut bestimmen und ist im Grunde genommen ebenfalls ein Laserscanner mit zusätzlich eingebautem Polarisationsfilter. Der Laserstrahl arbeitet wie beim HRT in Bezug auf Frequenz und Energie in einem völlig unschädlichen Bereich. Die Genauigkeit liegt bei unglaublichen 8 Micrometern, was ziemlich genau einer Nervenfaserschichtdicke entspricht.

Dieses Gerät haben wir als zusätzliche diagnostische Hilfe angeschafft. Die Untersuchung wird Ihnen nicht separat verrechnet (!).

Papillenfotografie:

Schon vor vielen Jahren wurde diese Untersuchungsmethode bei uns eingeführt. Es stehen mehrere Verfahren zur Verfügung. Die raffinierteste Methode beruht auf einer Stereofotografie (=räumliches Bild, welches auch mit einem speziellen Betrachter angeschaut werden muss) des Sehnervenkopfes, was einer speziellen (teuren) Kamera und einer guten Fotografin bedarf. Die Auswertung der Dias ermöglicht aber eine äusserst präzise Diagnostik über den Verlauf der Sehnervenerkrankung beim grünen Star und wird deshalb in kritischen Fällen noch immer weiter verwendet.

Ergänzend zu diesem Verfahren wurde die Papillenfotografie an der Spaltlampe eingeführt, welche einfacher zu bewerkstelligen ist und sehr schnell durch Bildervergleich am Computer zu einer diagnostischen Fragestellung Antworten liefern kann.

Messung der Hornhautdicke:

Neuere Erkenntnisse und Forschungsresultate haben ergeben, dass der Einbezug der Hornhautdicke in das Messresultat der Tonometrie (Augendruckmessung) noch viel wichtiger ist, als man bis anhin angenommen hat. Umgekehrt formuliert: Ohne genaue Kenntnis der Hornhautdicke wissen wir eigentlich gar nicht, welchen Augendruck wir messen.

Es ist deshalb vor einer Augendruckmessung die Erfassung der Hornhautdicke notwendig. Diese Messung muss man allerdings auch nur einmal durchführen, da sich die Hornhautdicke ja nicht mehr ändert, es sei denn, es bestehe eine Hornhauterkrankung.

Die Messung wird mit einer Art Ultraschallgerät durchgeführt. Die einmalige Messung ist schmerzlos, für das Auge ungefährlich und berührungsfrei.

Die Untersuchung wird von der Krankenkasse übernommen.

Neue Glaukom-Therapien:

Auch im therapeutischen Bereich wird enorm viel geforscht und entwickelt. Es stehen uns eine ganze Reihe gut wirksamer Medikamente zur Verfügung, welche recht spezifisch nur am Auge wirken ohne Nebenwirkungen im ganzen Körper zu verursachen. Auch setzen diese Medikamente an ganz unterschiedlichen Stellen an, haben also sehr verschiedene Wirkungsmechanismen (z.B. Erhöhung des Abflusses oder Senkung der Produktion), weshalb sie auch gut kombinierbar sind, wenn ein Medikament alleine zu wenig Drucksenkung herbeiführt. Leider sind diese guten neuen Medikamente infolge des immensen Forschungsaufwandes, der dahinter steckt, oft recht teuer. Die Medikamente werden aber von den Krankenkassen bezahlt.

Da die Definition des Glaukoms auch auf einem Missverhältnis zwischen Augendruck und Durchblutung bzw. Stoffwechsel im Sehnervenkopf beruht, werden manchmal zusätzliche neue Medikamente mit neuroprotektiver (= nervenschützender) oder «durchblutungsfördender» Wirkung eingesetzt.

Als drucksenkende Massnahme haben sich auch diverse Laserverfahren durchgesetzt. Die schon relativ alte Argon-Laser-Trabekuloplastik wird heute ergänzt durch eine selektive Laser-Trabekuloplastik (SLT), die auf einer ganz anderen Lasertechnik beruht und deshalb auch regelmässig wiederholt werden kann, da sie zu keiner Gewebezerstörung führt. Die SLT ist in der Schweiz erst im Erprobungsstadium, wird international aber schon seit einigen Jahren mit Erfolg eingesetzt.

Für weitere Fragen steht Ihnen das Praxis-Team gerne zur Verfügung.

© ddt, Luzern, Oktober 2003